ArchivDeutsches Ärzteblatt10/1996Analyse der Gesundheitsdienste zahlreicher ehemaliger Ostblockstaaten

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Analyse der Gesundheitsdienste zahlreicher ehemaliger Ostblockstaaten

Korzilius, Heike

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LNSLNS Das internationale Marktforschungs- und Consultingunternehmen Frost & Sullivan, London, hat im November 1995 die Gesundheitsdienste zahlreicher ehemaliger Ostblockstaaten analysiert. Das Gesundheitswesen dieser Länder sei gekennzeichnet durch eine starke Ausrichtung auf den stationären Sektor sowie unzureichende Präventionsmaßnahmen. Die medizinischen Einrichtungen seien veraltet und Ärzte oft überspezialisiert. Außerdem kritisiert der Bericht schwache Managementstrukturen, mangelnde Kostenkontrolle und das Wachsen eines ungeordneten Bereichs privater Gesundheitspflege. Aufgabe der ehemaligen Ostblockstaaten sei nun, das zentralistische System durch ein gegliedertes, effizientes und zugleich kostengünstiges Gesundheitswesen zu ersetzen. Die Situation in einigen Einzelstaaten:
1Ungarn: Eine Überkapazität an Kliniken und Klinikbetten, der Mangel an moderner medizinischer Ausrüstung und eine schlechte Verwaltung kennzeichneten das ungarische Gesundheitswesen während des kommunistischen Regimes. Ein wichtiges Reformziel ist gegenwärtig, die stationäre Behandlung zugunsten der Primärversorgung einzuschränken.
1Polen: Die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Polen wird immer problematischer. Der allgemeine Gesundheitszustand der polnischen Bevölkerung hat sich verschlechtert, und infolge akuten Geldmangels arbeiten die Gesundheitsdienste ineffizient. Reformversuche konzentrieren sich auf Finanzierungsmodelle für das Gesundheitssystem, die Qualität der Gesundheitsdienste, Präventivmedizin sowie die Privatisierung der Gesundheitsdienste.
1Tschechische Republik: Die Gesundheitsversorgung in Tschechien leidet vor allem unter Geldmangel. Die Privatisierung der Gesundheitsdienste schreitet rasch voran und führt zu grundlegenden Veränderungen in der medizinischen Gesamtversorgung.
1Rumänien: Das rumänische Gesundheitssystem war auch während des kommunistischen Regimes nur theoretisch kostenfrei für die Patienten. Nach dem Sturz des Regimes verliefen die Gesundheitsreformen nur zögernd. Hauptziel war es, den vollständigen Zusammenbruch des Systems zu verhindern. HK
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