ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2010Verhindert MRSA-Übertragungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Erfindung der Händedesinfektion ist eine Grundvoraussetzung für die moderne Medizin und ein wesentlicher Qualitätsparameter im Gesundheitswesen. Die Verbesserung der Händehygiene ist eine Pflicht für alle Einrichtungen. Daher ist es unverständlich, dass viele in Deutschland nicht an der nationalen „Aktion Saubere Hände“ teilnehmen. Aus unserer Erfahrung am Universitätsklinikum Freiburg können wir ergänzend berichten, dass die Verknüpfung der Aspekte Händehygiene und Hautschutz/Hautpflege, wie sie in Freiburg mit dem betriebsärztlichen Dienst und der Universitätshautklinik realisiert wurde, in der Praxis wesentlich zur Verbesserung beiträgt. Denn die Hände des medizinischen Personals sind das wichtigste „Werkzeug“ zur Behandlung von Patienten – sie müssen schützen, aber auch geschützt werden. Zusätzlich haben wir im Jahr 2008 auf farbstoff- und parfümfreie Händehygieneprodukte umgestellt. Denn die in vielen Präparaten enthaltenen Farb- und Duftstoffe tragen nicht zur Wirksamkeit oder Verträglichkeit der Produkte bei, besitzen aber ein sensibilisierendes Potenzial. Auch wenn bei Hautproblemen durch Händehygiene überwiegend irritativ-toxische Schädigungen zugrunde liegen, sollte man auch das Risiko für kontaktallergische Reaktionen reduzieren (2). Nach der Umstellung haben wir – auch durch eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Händehygiene (Kurzfortbildungen, Verbesserung der Spenderausstattung, Einsatz von Kitteltaschenflaschen zum Beispiel für den Transportdienst) – erneut eine deutliche Steigerung des Händedesinfektionsmittelverbrauchs am Universitätsklinikum erreichen können. In aktuellen Untersuchungen konnten wir belegen, dass ein gesteigerter Händedesinfektionsmittelverbrauch Übertragungen von MRSA verhindern hilft (3). Neben einer gesteigerten Behandlungsqualität und Patientensicherheit konnten so auch Pflegeaufwand und Kosten reduziert werden.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0139a


Prof. Dr. med. Markus Dettenkofer
Dr. med. Andreas Conrad
Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene,
Universitätsklinikum Freiburg
Breisacher Straße 115B, 79106 Freiburg
Kontakt: andreas.conrad@uniklinik-freiburg.de

Interessenkonflikt
Prof. Dr. Dettenkofer und Dr. Conrad haben honorierte Vorträge für die Firmen B. Braun Melsungen AG und Schülke & Mayr GmbH gehalten. Am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg wurden wissenschaftliche Untersuchungen zur Händehygiene mit finanzieller Unterstützung der Firmen B. Braun Melsungen AG, Ecolab Deutschland GmbH und Schülke & Mayr GmbH durchgeführt.
1.
Kampf G, Löffler H, Gastmeier P: Hand hygiene for the prevention of nosocomial infections [Händehygiene zur Prävention nosokomialer Infektionen]. Dtsch Arztebl 106(40); 649–55. VOLLTEXT
2.
Conrad A, Poser I, Wenzler-Röttele S, Dettenkofer M: „Wir haben es in der Hand!“ – farbstoff- und parfümfreie Händehygiene. Umweltmedizinischer Informationsdienst (UMID) 2007; 3: 24–26.
3.
Kaier K, Hagist C, Frank U, Conrad A, Meyer E: Two time-series anal-yses of the impact of antibiotic consumption and alcohol-based hand disinfection on the incidences of nosocomial methicillin-resistant Staphylococcus aureus infection and Clostridium difficile infection. Infect Control Hosp Epidemiol 2009; 30: 346–353. MEDLINE
1. Kampf G, Löffler H, Gastmeier P: Hand hygiene for the prevention of nosocomial infections [Händehygiene zur Prävention nosokomialer Infektionen]. Dtsch Arztebl 106(40); 649–55. VOLLTEXT
2. Conrad A, Poser I, Wenzler-Röttele S, Dettenkofer M: „Wir haben es in der Hand!“ – farbstoff- und parfümfreie Händehygiene. Umweltmedizinischer Informationsdienst (UMID) 2007; 3: 24–26.
3. Kaier K, Hagist C, Frank U, Conrad A, Meyer E: Two time-series anal-yses of the impact of antibiotic consumption and alcohol-based hand disinfection on the incidences of nosocomial methicillin-resistant Staphylococcus aureus infection and Clostridium difficile infection. Infect Control Hosp Epidemiol 2009; 30: 346–353. MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema