ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2010Arzneimittel: Antidiabetikum Avandia erneut in der Kritik

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Arzneimittel: Antidiabetikum Avandia erneut in der Kritik

Dtsch Arztebl 2010; 107(8): A-307 / B-271 / C-267

Zylka-Menhorn, Vera

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Antidiabetischer Wirkstoff soll kardiovaskuläre Komplikationen verursachen. Foto: Fotolia
Antidiabetischer Wirkstoff soll kardiovaskuläre Komplikationen verursachen. Foto: Fotolia
Zwei Gutachter der US-Arzneimittelbehörde FDA empfehlen, das Antidiabetikum Avandia ® (Wirkstoff: Rosiglitazon) des Pharmakonzerns Glaxosmithkline wegen möglicher kardiovaskulärer Komplikationen vom Markt zu nehmen. Dies berichtet die „New York Times“ am 21. Februar. Die Risiken des Insulinsentizisers überträfen die des Konkurrenzprodukts Actos® (Wirkstoff: Pioglitazon) von Takeda Pharmaceutical. Nach einem internen Bericht der US-Regierung soll Avandia im dritten Quartal 2009 für 304 Todesfälle verantwortlich sein. Die FDA werde eine Beratergruppe damit beauftragen, die Risiken des Medikaments zu untersuchen. In einem Bericht des US-Senats werde Glaxosmithkline zudem vorgeworfen, bereits vor 2007 von möglichen kardiovaskulären Komplikationen gewusst zu haben.

Avandia gehörte bis 2007 zu den größten Umsatzträgern des britischen Unternehmens. In diesem Jahr erschien eine Studie, wonach das Präparat Herzinfarkte auslösen könne (New England Journal of Medicine 2007; 356: 2457–71). Glaxosmithkline hat die Sicherheit seines Medikaments Avandia stets verteidigt und dabei auf die „Rosiglitazone Evaluated for Cardiac Outcomes and Regulation of Glycaemia in Diabetes“- oder RECORD-Studie verwiesen.

2006 machte Glaxo noch einen Umsatz mit Avandia von drei Milliarden Dollar. 2009 fielen die Erlöse auf 1,2 Milliarden Dollar. zyl
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