ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2010Krankenhaus: Weniger unterschätzt als unterbezahlt
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Der Autor . . . macht Vorschläge zur verbesserten Effizienz oberärztlicher Tätigkeit, die er als „unterschätztes Leitungspotenzial“ einstuft. Ich will diese Vorschläge nicht näher bewerten, weil ich als Rentner nach 19 Jahren klinischer Arbeit als Leitender Internist und Ärztlicher Direktor eines konfessionellen Krankenhauses die heutige Situation nur aus der Ferne beobachte, habe aber den Eindruck, dass vielerorts noch immer Stellenpläne existieren, die die Oberärzte zeitlich so stark belasten, dass deren Bereitwilligkeit zur Übernahme von Führungsaufgaben erheblich und verständlich begrenzt wird. Es könnte aber auch sein, dass die Oberärzte weniger „unterschätzt“ als stellenweise immer noch „unterbezahlt“ sind, wo sie auf einen Minianteil am Poolsystem angewiesen sind. Denn offensichtlich ist es noch immer keine Selbstverständlichkeit, dass ein Oberarzt an der Privatliquidation seines Chefs in dem Maß beteiligt wird, wie er vertretungsweise dessen Aufgaben zum Beispiel bei der OP-Zuteilung oder endoskopischen Untersuchungen auf eigenes Risiko übernimmt. Wenn dann. künftig auch Stellenangebote nicht mehr anonym, sondern mit exakter Angabe der Personal- und der Honorarsituation aufgegeben werden, sollten bald auch weniger Oberarztstellen unbesetzt bleiben.
Prof. Dr. Hans Hermann Marx, 70619 Stuttgart
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