ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2010Migration: Falsches Signal
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Einerseits dozieren die Autoren liebevoll über die Heterogenität der Einwanderer, jedoch suggerieren sie andererseits unausgewogen ein deutsches Kollektiv, das sein Land angeblich geschlossen als „Einwanderungsland“ begreife. Nicht nur als Steuerzahler weise ich dieses doch mehr ideologische Ansinnen zurück. Ironischerweise wird woanders in demselben Heft uns Ärzten als Teil der deutschen Bildungsschicht das Auswandern nähergebracht. Diverse Zielländer fordern eine Schlüsselqualifikation und das Beherrschen der jeweiligen Landessprache als Voraussetzungen zur Aufnahme des Einwanderungswilligen. Mit Blick auf das Allgemeinwohl sehe ich diese strenge Selektion als notwendigerweise übertragbar auf meine Heimat an. Die migrationsbedingten Kommunikationsschwierigkeiten, die häufig durch mangelnden Bildungshintergrund verschärft werden, bedeuten zudem ein zusätzliches Belastungspotenzial für das Personal, was nicht unerwähnt bleiben sollte. In mir bleibt leider das Gefühl zurück, dass die Autoren die „Bringschuld der Integration“ hier im speziellen Fall ja doch allein bei mir als Arzt sehen, womit ein falsches politisches Signal gesetzt wird.
Dr. med. Jens Pinkernelle, 14055 Berlin
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