ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 1/2010TeleHealth 2010 in Hannover: Von Prävention bis Homecare

SUPPLEMENT: PRAXiS

TeleHealth 2010 in Hannover: Von Prävention bis Homecare

Dtsch Arztebl 2010; 107(8): [3]

Krüger-Brand, Heike E.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Welche Fortschritte die digitale Medizin ermöglicht und wie Abläufe einer vernetzten medizinischen Versorgung künftig aussehen könnten, sind Themen der E-Health-Kongressmesse im Rahmen der Computermesse CeBIT.

Die Modernisierung der Infrastruktur im Gesundheitswesen hat begonnen, auch unabhängig vom Projekt der elektronischen Gesundheitskarte. Die Gesundheitswirtschaft gilt als ein Wachstumsmarkt mit erheblichem Potenzial. Bereits 2007 hatte daher die Computermesse CeBIT das Thema Gesundheit zum ersten Mal mit einer zweitägigen Kongressmesse, der TeleHealth, als eigenen Schwerpunkt aufgegriffen. Seither wird dieser Bereich von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut. 2010 findet die internationale Fachkonferenz der TeleHealth (www.telehealth.de) erstmals während der gesamten Laufzeit der IT-Messe an fünf Tagen (vom 2. bis 6. März) statt. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler übernimmt zudem die Schirmherrschaft für die Veranstaltung und eröffnet die Leitmesse der digitalen Medizin gemeinsam mit hochrangigen Branchenvertretern am 2. März. „Die TeleHealth bietet eine hervorragende Plattform, um die Innovationsbereitschaft und -fähigkeit Deutschlands im Bereich Telemedizin und E-Health zu präsentieren“, erklärte Rösler. „Deutschland braucht eine Telematik-infrastruktur im Gesundheitswesen, die einen sicheren und praxistauglichen Datenaustausch im Bedarfsfall unterstützt.“

Das Interesse an Informations- und Kommunikationslösungen für das Gesundheitswesen ist entsprechend groß: Von rund 10 000 Fachbesuchern der TeleHealth im Startjahr stieg die Zahl auf mehr als 16 000 Besucher im vergangenen Jahr an. 2010 umfasst das erweiterte Konzept der Kongressmesse das Fachforum, den Ausstellungsbereich und den Gesundheitsparcours „FutureCare“. „Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung des ganzheitlichen Konzepts, ausgerichtet an den Bedürfnissen der Branche, wird die TeleHealth ihren Wachstumskurs fortsetzen“, betonte Ernst Raue, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Messe AG, im Vorfeld. Unter dem Motto „Mensch – IT – Gesundheit“ steht somit in Halle 8 auf dem Messegelände in Hannover Gesundheitstelematik im Mittelpunkt. Neben wissenschaftlichen Fachvorträgen umfasst das Tagungsprogramm Firmenpräsentationen, bei denen die in der Ausstellung gezeigten Lösungen anhand von Fallbeispielen vorgestellt werden.
Die Kongressmesse soll den breiten Informationsaustausch zwischen Politik, Wirtschaft und Anwendern von IT-Lösungen im Gesundheitswesen fördern. Illustration: Sylvia Leydecker
Die Kongressmesse soll den breiten Informationsaustausch zwischen Politik, Wirtschaft und Anwendern von IT-Lösungen im Gesundheitswesen fördern. Illustration: Sylvia Leydecker

Zielgruppenspezifische Thementage
Zu den Schwerpunkten der Konferenz zählen die Themen Prävention, Infrastruktur, Telemonitoring und Homecare/Ambient Assisted Living (Assistenzsysteme). Um die unterschiedlichen Zielgruppen noch besser zu erreichen, ist das Programm in spezielle Thementage gegliedert: Während am Mittwoch die niedergelassenen Ärzte adressiert werden, geht es am Samstag um den Einsatz von IT in der häuslichen und stationären Pflege. Führungskräften und Mitarbeitern aus Kliniken und Pflegeeinrichtungen, der Pharmabranche sowie dem Krankenkassen- und Versicherungsumfeld wird am Donnerstag und Freitag ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Vortragsprogramm geboten.

Im Ausstellungsbereich der TeleHealth präsentieren Hersteller, Dienstleister und Anbieter von IT-Technologien ihre Lösungen und Produktneuheiten. Neben telemedizinischen Technologien stehen Entwicklungen aus den Bereichen Healthcare Management und E-Health im Vordergrund. Mit dabei ist unter anderem die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik). Auf ihrem Stand wird sie die Integration der Gesundheitskarte und des Heilberufsausweises in die Arbeitsabläufe einer Arztpraxis bei der Anmeldung, im Behandlungszimmer und in der Apotheke präsentieren und dabei einen Ausblick auf die sektorenübergreifende Vernetzung im Gesundheitswesen geben.

Vertiefende Informationen soll auch der Gesundheitsparcours „Future Care“ des IT-Branchenverbandes Bitkom vermitteln. In geführten Themenrundgängen sollen die Vernetzung und die Fortschritte der IT-gestützten Medizin am Beispiel realitätsnaher Situationen aufgezeigt werden. 2009 machten mehr als 700 Besucher von diesem praxisnahen Informationsangebot Gebrauch. 2010 sollen die moderierten Touren, die in Deutsch und Englisch angeboten werden, noch stärker als anschauliche Lernplattformen für die Besucher dienen. Ansprechen will man sowohl das Fachpublikum als auch gesundheitsinteressierte CeBIT-Besucher.

FutureCare: Praxisnahe Rundgänge
Die inhaltlichen Schwerpunkte sind eng an das Forum und den Ausstellungsbereich gekoppelt. So wird es beispielsweise Führungen zu den Themen Prävention, Telemonitoring, Notfall und Ambient Assisted Living (AAL) geben. Das Konzept: Allen Rundgängen liegt eine medizinisch relevante Geschichte (etwa eine Herz-Kreislauf- oder eine Diabeteserkrankung) zugrunde, die den vernetzten Austausch von Daten und Informationen unterschiedlicher Stationen erfordert. Die dargestellten Anwendungsfälle beinhalten unter anderem Beispiele für den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und des Heilberufeausweises, der elektronischen Patienten- und Gesundheitsakte, der elektronischen Fallakte, der Point-of-Care-Diagnostik und der mobilen oder stationären Pflege.

Ein Rundgang greift Aspekte der Primärprävention eines gesundheitsbewussten Versicherten auf. Dieser sucht seinen Arzt zur Kontrolle auf und bezahlt dabei mit seiner eGK die Praxisgebühr. Der Arzt veranlasst Laboranalysen, informiert den Patienten über die Ergebnisse und stellt ein elektronisches Rezept (eRezept) aus. Der Versicherte sieht sich an einem elektronischen Kiosk (eKiosk) seine aktuellen Daten an und geht in eine Apotheke, wo er das Rezept nach einer Arzneimittelthe-rapiesicherheitsprüfung einlöst. Zu Hause nimmt er die Betreuung durch ein telemedizinisches Servicecenter in Anspruch.

Ein weiteres Szenario demonstriert am Beispiel eines Herzinsuffizienzpatienten, wie die mobil-pflegerische, telemedizinisch gestützte Betreuung eines chronisch Kranken künftig ablaufen könnte. Dieser sucht beispielsweise seinen Arzt wegen seiner Dauermedikation auf, erhält von diesem ein eRezept und geht in die Apotheke. Dort findet eine Überprüfung der Arznei­mittel­therapie­sicherheit am eKiosk oder per Kartenlesegerät statt. Die Medikamente werden ihm anschließend zusammen mit den ausgedruckten und aufgeklebten Einnahmevorschriften ausgehändigt.

Ein weiterer Rundgang thematisiert den „akuten Notfall“: Ein Patient erleidet unterwegs einen Herzanfall und meldet sich beim telemedizinischen Zentrum. Er wird geortet, vom Rettungshubschrauber aufgenommen und medizinisch versorgt. Die Daten des Patienten werden aus dem Hubschrauber in das angeflogene Krankenhaus übertragen, noch bevor dieser in der Notaufnahme eintrifft. Der Patient wird anschließend auf Station gebracht und behandelt. Nach seiner Entlassung wird er weiterhin von seinem Hausarzt sowie telemedizinisch betreut.
Blick in den mit medizintechnischem Hightech-Equipment ausgestatteten Rettungshubschrauber. Auf dem Gesundheitsparcours wird unter anderem gezeigt, wie beim akuten Notfall Daten aus dem Rettungshubschrauber an das angeflogene Krankenhaus übertragen werden, noch bevor der Patient dort eintrifft. Fotos: Connovis GmbH, ADAC Luftrettung
Blick in den mit medizintechnischem Hightech-Equipment ausgestatteten Rettungshubschrauber. Auf dem Gesundheitsparcours wird unter anderem gezeigt, wie beim akuten Notfall Daten aus dem Rettungshubschrauber an das angeflogene Krankenhaus übertragen werden, noch bevor der Patient dort eintrifft. Fotos: Connovis GmbH, ADAC Luftrettung
Anzeige

Im Szenario zum „Krankenhaus als Kompetenzzentrum im Rahmen der integrierten Versorgung“ werden Abläufe von der Einweisung, Aufnahme und Untersuchung des Patienten im Krankenhaus bis zur elektronischen Fallakte durchgespielt. Nach seiner Entlassung wird er durch mobile Pflege betreut.

Der Rundgang zu „AAL und moderne Pflege im häuslichen Umfeld“ zeigt neue Möglichkeiten, wie ein pflegebedürftiger Diabetiker in seinem mit Sensorik ausgestatteten häuslichen Umfeld künftig versorgt werden kann. Medizinisch relevante Parameter wie Blutdruck, Gewicht und Blutzucker werden telemedizinisch überwacht. Demonstriert wird ebenfalls, wie ein Rezept mit mehreren Dauermedikamenten durch den Pfleger in einer Apotheke mit der eGK des Patienten eingelöst wird. Der Apotheker verblistert die Medikamente für eine Woche mit einem Ausdruck über die Einnahmehinweise. Darüber hinaus überträgt er diese Informationen zum Beispiel an das Handy des Patienten zur automatischen Einnahmeerinnerung und -quittierung. Die Daten fließen außerdem in die elektronische Patientenakte ein.

Am Gesundheitsparcours sind viele Partner und Unternehmen aus Medizin und IT mit ihren Lösungen beteiligt, darunter Abbott, Atos Wordline, Dell, Intel, Intersystems, Panasonic, T-Systems, Vitaphone und der ADAC. Die Rundgänge werden an allen Messetagen durchgeführt, sie dauern maximal 20 Minuten.
Heike E. Krüger-Brand


Kostenfreie E-Tickets
Die Deutsche Messe AG Hannover stellt Lesern des Magazins PRAXiS 1 000 kostenfreie E-Tickets für einen Tagesbesuch der CeBIT in Hannover zur Verfügung. Interessierte können sich unter www.cebit.de/aktion2010.html?t2gwx online registrieren und erhalten anschließend ein elektronisches Ticket (wer sich zuerst registriert, hat Glück). Der Link führt direkt auf die Registrierungsseite der CeBIT. Nach der kurzen Registrierung und Bestätigung des Ticket-Codes erhält der Leser eine Nachricht mit dem eigentlichen Ticket als PDF-Datei. Diese muss ausgedruckt (DIN-A4-Format) werden und dient als Eintrittskarte.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema