ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 1/2010CeBIT 2010, 2. bis 6. März in Hannover: Netbooks, Smartbooks, Tablets

SUPPLEMENT: PRAXiS

CeBIT 2010, 2. bis 6. März in Hannover: Netbooks, Smartbooks, Tablets

Dtsch Arztebl 2010; 107(8): [6]

Krüger-Brand, Heike E.

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Die Highlights: Neue Geräteklassen, Fortschritte bei der Heimvernetzung und bei energieeffizienten Lösungen sowie 3-D-Technologien

Mini-Laptops oder Netbooks bekommen bald massenhaft Konkurrenz: Smartbooks, Tablet-Computer und „Slates“ (= Tafeln) in unterschiedlichsten Varianten erweitern künftig die elektronische Gerätepalette. Als Multimediaplattformen ermöglichen sie Funktionen wie den Zugriff aufs Internet und auf Videospiele ebenso wie etwa das Lesen digitaler Bücher und Zeitschriften. Bereits Anfang Januar 2010 wurden einige Lösungen auf der US-amerikanischen Elektronikmesse CES in Las Vegas vorgestellt, doch auch die CeBIT dürfte mit einigen Produktneuheiten aufwarten.

Smartbooks sind noch kleiner als die zuletzt sehr erfolgreichen Netbooks und zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit energiesparenden Prozessoren ausgestattet sind und längere Batterielaufzeiten haben. Sie dienen vor allem als schneller und einfacher Zugang ins Internet. Tablets sind flache Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm (Touchscreen), die entweder mit dem Finger oder per Stift gesteuert werden. Wenn sie ohne eine Tastatur auskommen, werden sie auch als Slates bezeichnet, die Abgrenzung hat sich jedoch noch nicht allgemein durchgesetzt. Tablets könnten sich nach Meinung mancher Experten zudem als ernsthafte Bedrohung für den Markt der spezialisierten elektronischen Lesegeräte, zu dem etwa der Kindle von Amazon gehört, entwickeln.
Mit dem Handy als Anzeige- und Steuergerät kann der Bewohner den Energieverbrauch seiner Geräte kontrollieren und sich den Verbrauch je Raum anzeigen lassen, Geräte ein- und ausschalten oder Lampen dimmen. Foto: Fraunhofer FIT
Mit dem Handy als Anzeige- und Steuergerät kann der Bewohner den Energieverbrauch seiner Geräte kontrollieren und sich den Verbrauch je Raum anzeigen lassen, Geräte ein- und ausschalten oder Lampen dimmen. Foto: Fraunhofer FIT

„Grüne“ IT
Mit dem Branchenverband Bitkom hat die Deutsche Messe AG das 2008 gestartete Green-IT-Konzept weiter- entwickelt. Nach der SMART-2020-Studie von McKinsey im Auftrag der britischen Climate Group könnten durch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Jahr 2020 weltweit bis zu 7,8 Milliarden Tonnen CO2 durch sogenannte Sekundäreffekte eingespart werden – fünfmal mehr als durch IKT entsteht (rund 1,4 Milliarden).

Das Angebot von „CeBIT green IT 2010“ in Halle 8 reicht von stromsparenden Notebooks über energieeffiziente Rechenzentren bis zu Highend-Videokonferenzen in HD-Qualität. Drei Themenbereiche stehen im Vordergrund: „Smart Infrastructure“ demonstriert energie- und ressourcenschonende Geschäftsprozesse. Inhalte sind unter anderem Virtualisierungstechnologien, innovative Kühlkonzepte, serverbasierte Computing-Anwendungen und intelligente Outsourcing-Lösungen. „Green IT meets Business“ zeigt auf, wie man mit dem IT-Einsatz nachhaltig Kosten senken kann – etwa durch energieeffiziente Lösungen, einen bewussten Umgang mit Geräten und den Einsatz von State-of-the-Art-Technologien. Hier sind unter anderem Null-Watt-Bildschirme, ressourcenschonende Ausgabegeräte und anwenderfreundliche mobile Geräte zu sehen. „Green IT @ Home“ stellt Einsparpotenziale für zu Hause vor. Ein Forum mit Vortragsprogramm ergänzt die Ausstellung. Ein Höhepunkt des Forums ist die Jahreskonferenz Green IT von Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt und Bitkom.

Smarte Heimvernetzung
Im „future parc“ in Halle 9 präsentiert der Verein „Connected Living“, wie unterschiedliche Geräte mit softwarebasierten digitalen Assistenten zusammenarbeiten. Entstehen soll ein Heimnetzwerk, mit dem alle Geräte herstellerübergreifend vernetzt und gesteuert werden können. Auf rund 400 Quadratmetern wird ein „Haus der Zukunft“ gezeigt mit Küche, Wohn- und Arbeitszimmer. So hilft beispielsweise ein Energieassistent beim sparsamen Umgang mit Heizung und Licht, ein digitaler Küchenhelfer unterstützt die Bewohner dabei, sich gesund zu ernähren, und ein Gesundheitsassistent sorgt für die nötige Fitness.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT zeigen, wie das Handy beim Stromsparen hilft. Über die Handykamera werden aktuelle Energieverbrauchsdaten von Geräten im Haushalt angezeigt, die Stromfresser identifiziert und mit einem Klick auf das Mobiltelefon abgeschaltet (Halle 9/B36). Basis dafür ist die vom Institut entwickelte Middleware „Hydra“, die um ein spezielles Energieprotokoll erweitert wurde. Jedes Gerät erhält einen kleinen Adapter (Power-Plogg), der zwischen Stecker und Steckdose sitzt. Per Funk meldet er den aktuellen Stromverbrauch an den PC. Mit dem Handy als Anzeige- und Steuergerät kann der Bewohner den Energieverbrauch seiner Geräte kontrollieren und sich den Verbrauch je Raum anzeigen lassen, Geräte ein- und ausschalten oder Lampen dimmen. Das Kamerabild des Handys kann zusätzlich als „magische Linse“ benutzt werden. Dazu richtet man die Kamera auf ein Gerät und erhält den dazu passenden derzeitigen Stromverbrauch. Dahinter steckt eine aufwendige Technik: Auf einem Server sind die Bilder der einzelnen Geräte hinterlegt, aus unterschiedlichen Richtungen betrachtet. Sobald die Funktion aktiviert wird, sendet das Handy das aufgenommene Bild an den Server. Dieser vergleicht es mit den Bildern in seiner Datenbank, identifiziert das Gerät und ermittelt den aktuellen Stromverbrauch, den das dazugehörige Power-Plogg gerade meldet.

Neu ist die Sonderpräsentation „Next Level 3D“ zum Thema 3-D-Stereoskopie in Halle 15. Hier sind stereoskopische Hard- und Softwarelösungen für Kino, Heim und Büro zu sehen. Zielgruppe sind die unterschiedlichsten Wirtschaftszweige: von der Automobilindustrie über die Filmindustrie bis zur Medizintechnik und dem Bildungswesen. So stellt das Optikunternehmen Carl Zeiss eine futuristisch gestylte 3-D-Videobrille („cinemizer Plus“) vor, die nicht nur von Filmliebhabern, sondern auch in Kliniken eingesetzt werden könnte. Das Gerät, das vor den Augen eine zwei Meter entfernte Leinwand mit einer Diagonale von 115 Zentimetern simuliert, soll beispielsweise Patienten bei einer medizinischen Behandlung beruhigen und ablenken.

Einen anderen Weg in die 3-D-Zukunft geht SeeFront. Das Hamburger Unternehmen zeigt eine Technologie, die herkömmliche Displays in autostereoskopische 3-D-Bildschirme verwandelt. Eine spezielle Brille ist dafür nicht nötig, sondern lediglich ein spezieller Monitoraufsatz. Die Technologie wird zur Lizenzierung angeboten, es gibt auch bereits aufgerüstete Displays der Firma Eizo.
Heike E. Krüger-Brand
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