SUPPLEMENT: PRAXiS

Browser: Die bessere Alternative

Dtsch Arztebl 2010; 107(8): [13]

Neumann, Claudia

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LNSLNS Der Firefox ist ein schneller Browser auf Open-Source-Basis mit vielen nützlichen Zusatzprogrammen und Add-ons.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte am 15. Januar 2010 vor einer Sicherheitslücke im Internet Explorer (IE), dem Webbrowser von Microsoft, und empfahl gleichzeitig dringend die Nutzung alternativer Webbrowser. Zwar gibt es inzwischen ein Sicherheitsupdate für diese Sicherheitslücke, die Empfehlung wurde jedoch nicht zum ersten Mal ausgesprochen.

Als Alternative nutzen bereits 44 Prozent der Internetnutzer den Firefox-Browser*, der inzwischen beliebter als der Internet Explorer ist. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, surft doch der aktuelle Firefox 3.6 gegenüber dem IE 8 mehr als fünfmal schneller im Internet.**

Der Firefox 3.6 ist kostenfrei von der Webseite www.mozilla-europe.org/de/firefox herunterladbar (auch mit dem IE) und lässt sich in der Regel problemlos installieren. Um den Firefox kennenzulernen, empfiehlt es sich, die „Tipps + Tricks“ (www.mozilla-europe.org/de/firefox/tips) durchzugehen. Wer einmal das „Tabbed-Browsing“ (Registernavigation) kennengelernt hat, wird es nicht mehr missen -wollen.

Jeder kennt die Situation, dass man nach Informationen über ein bestimmtes Thema im Web sucht. Als Beispiel kann die Suche nach einer Webseite dienen, auf der Tipps für Parkinson-Patienten beschrieben sind, wie ein Freezing zu überwinden ist. Wer in Google „Morbus Parkinson Freezing“ eingibt, erhält 2 410 Treffer. Erfahrene Googler wissen, dass man mehrere Webseiten ansehen muss, um eine relevante Webseite zu finden. Mit dem Firefox klickt man mit der mittleren Maustaste (alternativ linke und rechte Maustaste gleichzeitig klicken) auf einen interessanten Weblink. Die gewählte Webseite lädt in einem neuen Tab, während der Nutzer auf der Google-Seite nach möglichen weiteren interessanten Webseiten Ausschau halten kann. Weitere Webseiten können nach der gleichen Methode aufgerufen und geladen werden. Die Ausgangs-Google-Webseite bleibt dabei im ersten Tab erhalten, ohne dass man diese Webseite erneut aufrufen muss. Die anderen Tabs können durch Klick auf den Reiter in den Vordergrund geholt werden. Sollte die Webseite nicht die Information enthalten, die man sucht, wird sie mit dem X(Schließen)-Icon auf dem zugehörigen Reiter geschlossen. Hat man noch keine aussagekräftige Webseite gefunden, kehrt man zum ersten Tab mit der Ausgangs-Google-Webseite zurück und ruft weitere Webseiten in weiteren Tabs auf oder modifiziert die Google-Anfrage. Ein neuer Tab mit leerer Webadress-Zeile wird mit Strg-t geöffnet.

Ein weiteres hilfreiches Werkzeug ist die Suchleiste rechts neben der Webadress-Zeile. In dieser Zeile können Eintragungen in den verschiedenen Suchmaschinen recherchiert werden. So liest der Nutzer etwa einen englischen Artikel und versteht das Wort „subjoin“ nicht. Er öffnet einen neuen Tab mit Strg-t, klickt auf das kleine ▼ rechts neben dem „G“ (steht für Google), und es klappt eine Liste von Suchmaschinen auf. Er klickt „LEO Eng-Deu“ an und gibt in die Zeile das gesuchte Wort „subjoin“ ein. Mit Klick auf das kleine Vergrößerungsglas rechts (Suchen) wird der Suchbegriff an die Webseite http://dict.leo.org übergeben und sofort das Ergebnis angezeigt. Mit Klick auf den ersten Tab kehrt man zum Ausgangstext zurück.

Die IE-Favoriten entsprechen beim Firefox den Lesezeichen, die man auch aus dem Internet Explorer importieren kann. Sie können einerseits in einem Drop-down-Menü der obersten Zeile abgelegt oder in einer eigenen Lesezeichen-Symbolleiste angeordnet werden. Mit dem Lesezeichen-Manager können die Lesezeichen in verschiedene Menü-Ebenen sortiert werden. Nützlich dabei ist die Möglichkeit, die Webseiten einer Menü-Ebene auf einen Schlag in aufeinanderfolgenden Tabs zu laden.

Das „Tabbed-Browsing“ (Registernavigation) zählt zu den Stärken des Browsers, weil es zur Beschleunigung einer Recherche beiträgt.
Das „Tabbed-Browsing“ (Registernavigation) zählt zu den Stärken des Browsers, weil es zur Beschleunigung einer Recherche beiträgt.
Von vielen Webseiten, die am Ende der Webadress-Zeile mit dem Symbol für ein dynamisches Lesezeichen (RSS-Feed) gekennzeichnet sind, lassen sich die aktuellen Schlagzeilen herunterladen. Diese dynamischen Lesezeichen können in die Lesezeichen-Symbolleiste übernommen werden und bieten damit einen schnellen aktuellen Nachrichtenüberblick. Interessante Artikel lassen sich direkt aufrufen, oder es können sämtliche Artikel eines RSS-Feeds mit einem Klick in aufeinanderfolgenden Tabs geöffnet werden.

Als sogenannte Plugins können Zusatzprogramme im Firefox ausgeführt werden. Nahezu unverzichtbar für komfortables Surfen im Internet sind folgende Plugins:

- Adobe Reader für PDF-Dokumente (http://get.adobe.com/de/reader)
- Adobe Flash Player für Flash-Videos (http://get.adobe.com/de/flashplayer)
- Sun Java SE Runtime Envirement (http://java.com/de/download).

Weitere Plugins wie der Adobe Shockwave Player oder der Apple Quicktime Player werden seltener benutzt. Die genannten Zusatzprogramme sind kostenfrei aus dem Internet herunterladbar. Es sollte immer die aktuelle Version eingesetzt werden, damit keine Schadsoftware mit diesen Programmen auf den Computer gelangen kann.

Da der Firefox Open-Source-Software ist, hat die internationale Entwicklergemeinde verschiedenste Erweiterungen (Add-ons) programmiert, die dem Programm zusätzliche Funktionen verleihen. Es gibt mehr als 5 000 Add-ons, die auf der Webseite https://addons.mozilla.org/de/firefox aufgelistet sind. Hier nur eine kleine Auswahl:

- FastestFox (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/9825), beschleunigt den Firefox durch Optimierung einiger Einstellungen
- Hyperwords (https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/1941), konfigurierbares Kontext-Menü beim Rechtsklick auf ein Wort einer Webseite
- FireFTP (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/684), im Firefox integrierter FTP-Client
- FireGesture (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/6366) Mausgesten für den Firefox
- DownThemAll! (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/201), Erweiterung für den Download-Manager.

Der Firefox blockiert in der Ausgangskonfiguration lästige Pop-up-Fenster und zeigt stattdessen eine Informationszeile am oberen Rand der Webseite an. Manche Webseiten nutzen Pop-up-Fenster für ein Login auf einen internen Bereich, so dass hier das Pop-up-Fenster in der Informationszeile erlaubt werden muss. Mit weiteren Add-ons können Werbebanner, -videos und Skripte blockiert werden, die von einer Webseite automatisch geladen werden:

- AdBlock Plus (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/1865), blockiert Werbebanner. Über ein (kostenfreies) Abonnement werden Daten zu Werbebanner-Webadressen kontinuierlich aktualisiert.
- Flashblock (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/433), ersetzt Flash-Animationen durch einen Platzhalter. Durch Klick auf diesen Platzhalter kann das Flash-Video gestartet werden. Unerwünschte Flash-Animationen werden damit effektiv abgeschaltet.
- NoScript (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/722), verhindert das automatische Ausführen von JavaScript aus einer Webseite. Durch einen Klick kann JavaScript für bestimmte Webseiten wieder freigeschaltet werden.

Unter Extras/Einstellungen kann der Firefox an die eigenen Sicherheitsanforderungen und das jeweilige Surfverhalten angepasst werden. Unter www.firefox-browser.de/wiki/Einstellungen ist eine ausführliche Beschreibung zu allen Einstellungsmöglichkeiten abrufbar. Im Bereich Datenschutz ist es empfehlenswert, alle Cookies zu akzeptieren, auch die von Drittanbietern, da man sonst dauernd mit der Frage belästigt wird, ob man diesen oder jenen Cookie akzeptieren will. Allerdings sollten alle Cookies beim Schließen des Firefox gelöscht werden, ebenso die privaten Daten. Ob unter der Registerkarte Sicherheit die Passwörter zu bestimmten Webseiten gespeichert werden sollen oder nicht, hängt sicher auch von der Wichtigkeit der Webseite ab. Dass die Passwörter zu Bankkonten dort nicht hingehören, sollte jedem klar sein, wenn er sich überlegt, dass der Computer von Unbefugten benutzt oder auch entwendet werden könnte. Dr. med. Claudia Neumann, E-Mail: neumann@apw-wiegand.de

* www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,664709,00.html
** www.pcgameshardware.de/aid,703645/


Infos zum Firefox im Web
Das BSI informiert allgemein über Webbrowser unter www.bsi-fuer-buerger.de/cln_146/BSIFB/DE/ITSicherheit/DerBrowser/derbrowser_node.html sowie über die Einstellungen des aktuellen Firefox mit einem speziellen Sicherheitscheck unter www.bsi-fuer-buerger.de/cln_146/ContentBSIFB/ITSicherheit/DerBrowser/SicherheitsCheck/checkfirefox3/firefox3check.html.

Wie bei Open-Source-Software üblich, findet man Unterstützung im Internet:

www.firefox-browser.de/wiki/Hauptseite – Erklärungen zu Einstellungen, Tipps und Tricks sowie die FAQ (frequently asked questions).

www.camp-firefox.de/forum – das Firefox-Forum, in dem Fragen gestellt werden können.

irc://irc.mozilla.org#firefox.de – der Firefox-IRC-Chat.

http://support.mozilla.com/de/kb/For+Internet+Explorer+Users?style_mode=inproduct – Webseite für Internet-Explorer-Umsteiger.
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