ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 1/2010Neue Regeln für die Anlageberatung: „Erinnerungsstütze“ für beide Seiten

SUPPLEMENT: PRAXiS

Neue Regeln für die Anlageberatung: „Erinnerungsstütze“ für beide Seiten

Dtsch Arztebl 2010; 107(8): [27]

Flintrop, Jens

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LNSLNS Seit Beginn des Jahres erhält jeder Bankkunde nach einer Anlageberatung von seiner Bank ein Protokoll, das beiden Seiten als „Erinnerungsstütze“ dienen soll. In dem Protokoll werden unter anderem der Anlass der Beratung, die persönliche Situation des Kunden, seine Wünsche und die von der Bank ausgesprochenen Empfehlungen festgehalten. So lässt sich auch im Nachhinein noch feststellen, ob die Anlageempfehlungen der Bank den Anlagezielen des Kunden entsprechen. Manche Kreditinstitute bitten ihre Kunden, den Erhalt des Protokolls zu quittieren. Der Kunde ist aber nicht verpflichtet, dieser Bitte nachzukommen.

Ausgenommen von der Protokollpflicht sind Beratungen für Produkte, die nicht unter das Wertpapierhandelsgesetz fallen. Hierzu gehören beispielsweise Tages- oder Festgeldanlagen. Kauft ein Kunde Wertpapiere, ohne sich zuvor beraten zu lassen, ist ebenfalls kein Protokoll notwendig. Bankkunden sollten die Beratungsprotokolle im eigenen Interesse kritisch prüfen. Ist der Inhalt des Beratungsgespräches nicht richtig wiedergegeben, kann und sollte man den Berater bitten, die Unterlagen entsprechend zu berichtigen.

Bei einer telefonischen Beratung erhält der Kunde das Protokoll anschließend zugeschickt. Möchte er direkt im Zusammenhang mit der Beratung auch Wertpapiere kaufen, räumt die Bank ihm ein Rücktrittsrecht ein für den Fall, dass das anschließend versandte Beratungsprotokoll unrichtig, unvollständig oder fehlerhaft ist. Dann kann der Anleger innerhalb einer Woche, nachdem er das Protokoll erhalten hat, vom Wertpapierkauf zurücktreten. JF
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