ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2010Lymphoblastische Neoplasie
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LNSLNS Der Hauptfehler liegt meines Erachtens schon zu Beginn in der inadäquaten Diagnosestellung im Rahmen der CT-gesteuerten Biopsie. Weitere Informationen zum genauen Histologiebefund wären wünschenswert gewesen.

Allein auf der Diagnose „Verdacht auf eine Infiltration durch ein differenziertes T-Zell-Lymphom“ eine ALL-Therapie (akute Lymphoblastische Leukämie) zu begründen, scheint zumindest fragwürdig. Zum einen ist die Diagnose „differenziertes T-Zell-Lymphom“ kein gängiger Terminus, des Weiteren handelt es sich bei der T-ALL um eine unreife, lymphoblastische Neoplasie, die durch Marker wie TdT (terminale Desoxyadenylattransferase) nachweisbar sein sollte. Aussagen wie „vereinbar mit ALL“ verbieten sich in Anbetracht der Tragweite dieser Diagnose, hier sehe ich auch keinen Spielraum für Interpretationen aufgrund der Vorgeschichte. Im Zweifelsfall wäre eine erneute, größere Biopsie zu erzwingen und bei weiteren Zweifeln die Klonalität molekulargenetisch zu belegen (T-Zell-Rezeptor-Rearrangement).
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0148b

Dr. med. Lars Fischer
Charité Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin
E-Mail: lars.fischer@charite.de
1.
Herzog A: Case report: dangerous errors in the diagnosis and treatment of bony tuberculosis [Gefährliche Fehler in Diagnostik und Therapie einer Knochentuberkulose]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(36): 573–7. VOLLTEXT
1. Herzog A: Case report: dangerous errors in the diagnosis and treatment of bony tuberculosis [Gefährliche Fehler in Diagnostik und Therapie einer Knochentuberkulose]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(36): 573–7. VOLLTEXT

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