ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2010Pflege-TÜV: Änderungen noch im Frühjahr geplant

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Pflege-TÜV: Änderungen noch im Frühjahr geplant

Hibbeler, Birgit

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Ob die Pflege wirklich gut ist, zeigt sich nicht unbedingt an der Note eines Heims. Foto: Photothek
Ob die Pflege wirklich gut ist, zeigt sich nicht unbedingt an der Note eines Heims. Foto: Photothek
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und die Krankenkassen wollen grundsätzlich an dem umstrittenen Bewertungssystem für Pflegeeinrichtungen festhalten. Allerdings hat Karl-Dieter Voß, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, eingeräumt, beim „Pflege-TÜV“ gebe es Nachbesserungsbedarf. Die derzeitige Berechnungsweise der Gesamtnote führe zu Verzerrungen. Die Einzelnoten müssten daher künftig anders gewichtet werden, damit kein falsches Bild entstehe. „Ich dränge darauf, dass es noch im Frühjahr Änderungen gibt“, kündigte Voß an.

Zuvor hatte die CSU gefordert, die Pflegenoten abzuschaffen. Der „Pflege-TÜV“ sei von Anfang an „eine Totgeburt“ gewesen, kritisierte die bayerische Sozialministerin, Christine Haderthauer. Sie bezeichnete das Notensystem als ungeeignet, um Qualität zu messen. Harte Prüfungen seien durch Lobbyisten verhindert worden. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums wies die Forderung nach einem Stopp der Prüfungen zurück. Die Kriterien würden derzeit von unabhängigen Experten untersucht.

Das Benotungssystem, nach dem Pflegeheime und ambulante Dienste seit Mitte 2009 überprüft werden, ist schon seit längerem in der Kritik. Beklagt wird vor allem, dass die tatsächliche Qualität von Heimen durch das Benotungssystem verschleiert werde. Mängel – zum Beispiel in der Ernährung und der medizinischen Versorgung – können durch gute Noten in anderen Bereichen ausgeglichen werden. BH

@Weitere Informationen unter www.pflegenoten.de
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