ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2010Interview: Indoktrination
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. . . Die Bundeswehr befindet sich in einem stetigen und schnellen Lernprozess in der Erkennung und Therapie von PTBS, hat inzwischen viel hinzugelernt . . . Auslandseinsätze der Bundeswehr sind letztlich auch ein Preis unseres Landes für die Wiedervereinigung. Deutschland findet langsam seine neue Rolle in der internationalen Gemeinschaft. Entscheidungen über Einsätze der Bundeswehr trifft immer der Bundestag – vom Volke gewählt. Diese finden dann ausschließlich unter UN-Mandat statt. IPPNW kämpft gegen demokratisch getroffene Entscheidungen dieses Landes und gegen Entscheidungen der Völkergemeinschaft („ . . . Militärmacht im UN-Rahmen . . .“, „Mord an Talibankämpfern“).

Eine politische Organisation, die sich ausdrücklich als nichthumanitäre Hilfsorganisation bezeichnet, „politische und gesellschaftliche Veränderungen anstrebt“ und zugibt, die Therapie der PTBS ohne „kriegskritische Therapeuten“ als „Instrumentalisierung für den Krieg“ zu empfinden, instrumentalisiert sich selbst, um bei Diagnose und Therapie der PTBS von Soldaten der Bundeswehr ideologische Indoktrination zu betreiben. Dies ist das Letzte, was Patienten in dieser Phase der Erkrankung brauchen. Vor diesem Hintergrund ist die Ablehnung und Skepsis des ehemaligen Verteidigungsministers Dr. Jung, Therapeuten der IPPNW in die Therapie von Patienten der Bundeswehr einzubinden, absolut berechtigt und nur zu begrüßen. Es geht um eine Krankheit, nicht um Politik.
Dr. Michael Gampe, 91438 Bad Windsheim
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