ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2010Interview: Das größte Desaster ist der Genozid
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
„Krieg ist das größte Desaster überhaupt – eine menschengemachte Katastrophe, die verhinderbar ist. Wir sehen es daher als unsere ärztliche Aufgabe an, etwas für die Verhütung von Kriegen zu tun.“ So spricht eine Ärztin und IPPNW- (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung) Vorsitzende. Ist nicht das größte menschengemachte Desaster der Genozid? Genozid ist auch ohne Krieg möglich. Könnte nicht der eine oder andere derzeitig laufende Genozid verhindert werden, wenn sich die Willigen zusammentun, um gegen Mörderbanden Krieg zu führen?

Nachdem die IPPNW zunächst für die erfolgreiche Verhütung eines Atomkrieges den Friedensnobelpreis erhalten hatte, weitete sie mangels Atomkriegen genauso erfolgreich ihre Aktivitäten auf die Verhinderung von Kriegen mit konventionellen Waffen aus. Dabei werden die schlimmsten Desaster (Genozide) verdrängt, um den Pazifismus nicht zu gefährden. So verhindert die IPPNW nicht nur die dringend benötigte humanitäre Hilfe, sie verhöhnt auch noch die Opfer.

Die Ärzte, die sich daran beteiligen, nennen sich Ärzte in sozialer Verantwortung.
Dr. Nathan Warszawski, 52385 Nideggen

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote