ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2010E-Mail-Kommunikation: Liberale Bestimmungen für Psychotherapeuten

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E-Mail-Kommunikation: Liberale Bestimmungen für Psychotherapeuten

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LNSLNS Der Austausch per E-Mail zwischen Therapeuten und Patienten hat zahlreiche Vorzüge, aber auch rechtliche Risiken. Auf letztere weisen die Juristen Dr. Sebastian Almer und Dr. Maximilian Warntjen der Sozietät Ulsenheimer Friederich Rechtsanwälte aus München hin. Sie machen dar- auf aufmerksam, dass der Einsatz neuer Medien in der Psychotherapie in den (Muster-)Berufsordnungen von ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten unterschiedlich geregelt ist. Beide Berufsordnungen beinhalten die Pflicht zur persönlichen Behandlung, lassen aber durchaus Raum für den Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel wie E-Mails. In der Berufsordnung für ärztliche Psychotherapeuten wird eine ausschließliche Fernbehandlung des Patienten verboten, allerdings ist ein E-Mail-Austausch zwischen Arzt und Patient im Rahmen einer bereits bestehenden Behandlung durchaus erlaubt. Psychologische Psychotherapeuten dürfen laut Berufsordnung psychotherapeutische Behandlungen nur in begründeten Ausnahmefällen und unter Beachtung besonderer Sorgfaltspflichten mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmedien durchführen. Der Unterschied besteht darin, dass in der Berufsordnung für Psychologische Psychotherapeuten zwar die Erfordernis eines persönlichen Kontakts in der Psychotherapie hervorgehoben wird, dass aber die Behandlung in begründeten Ausnahmefällen sogar ausschließlich über elektronische Kommunikationsmedien durchgeführt werden darf. „Es kann damit festgehalten werden, dass die (Muster-)Berufsordnung der psychologischen Psychotherapeuten liberaler gefasst ist als diejenige für ärztliche Psychotherapeuten“, so die Autoren. ms

Almer S, Warntjen M: Psychotherapie und Internet. Rechtliche Aspekte des Einsatzes neuer Medien in der Psychotherapie. Psychotherapeut 2009; 54(5): 393–6.
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