ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2010Burn-out: Risikofaktoren bei Therapeuten

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Burn-out: Risikofaktoren bei Therapeuten

PP 9, Ausgabe März 2010, Seite 116

MS

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LNSLNS Die Berufe des Psychologen und Psychotherapeuten gehen mit einem erhöhten Burn-out-Risiko einher. Australische Psychologinnen haben untersucht, welche Rolle berufliche Faktoren dabei spielen. Sie fragten 190 klinische Psychologen und Psychotherapeuten nach spezifischen Belastungen im Beruf und fanden vier Faktoren: Einstellungen, Inflexibilität, Verantwortung und Kontrolle. Beispielsweise führte die Einstellung, dass Patienten in der Therapie nicht zu sehr beansprucht werden oder keinesfalls leiden sollten, zu intensiven Bemühungen, jegliche Art von Aufregung von den Patienten fernzuhalten. Die Befragten erlebten dies auf Dauer als belastend. Aber auch inflexible, dogmatische Haltungen, beispielsweise die Ansicht, dass man das Therapieverfahren nicht wechseln und nicht vom Schema abweichen dürfe, werden als Belastung empfunden. Stress löste außerdem die Vorstellung aus, für die Genesung des Patienten und den Therapieerfolg allein verantwortlich zu sein oder die Therapie nicht ständig unter Kontrolle zu haben. Der negative Einfluss dieser vier Faktoren wurde durch berufsbezogene Therapeutenvariablen verstärkt. So empfanden vor allem junge, unerfahrenere und perfektionistische Befragte mehr Stress bei der Arbeit. Einen Zusammenhang gab es auch zwischen Erschöpfungszuständen und Halbtagsbeschäftigung sowie heterogener Klientel. Auch Defizite in beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Ressourcen wie Entspannung, Selbstfürsorge, Coping und sozialer Unterstützung wirkten sich ungünstig auf die Belastbarkeit aus. Darüber hinaus spielte der Arbeitsplatz eine Rolle: Therapeuten im öffentlichen Dienst litten häufiger an Burn-out als ihre Kollegen in der Privatwirtschaft. ms

Emery S, Wade T, McLean S: Associations among therapist beliefs, personal resources and burnout in clinical psychologists. Behaviour Change 2009; 26(2): 83–96.
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