ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2010Pflegezeit: Schröder verteidigt ihr Modell

AKTUELL

Pflegezeit: Schröder verteidigt ihr Modell

Dtsch Arztebl 2010; 107(10): A-416 / B-368 / C-360

afp

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Nach Kritik aus Wirtschaft und Opposition hat Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Kristina Schröder (CDU) ihr Pflegezeit-Modell verteidigt. Zugleich kündigte sie an, ihr Haus werde ein Versicherungsmodell durchrechnen, das die Risiken des neuen Modells für die Unternehmen abfedern solle.

Familienministerin Kristina Schröder will pflegende Angehörige besser unterstützen. Foto: ddp
Familienministerin Kristina Schröder will pflegende Angehörige besser unterstützen. Foto: ddp
Schröder hatte vorgeschlagen, Berufstätige bei der Pflege ihrer Angehörigen mit einem Rechtsanspruch auf eine zweijährige Pflegezeit unterstützen zu wollen. Wer zwei Jahre halbtags arbeitet, soll zunächst 75 Prozent seines Gehalts weiterbekommen. Anschließend sollen die Arbeitnehmer wieder voll in den Beruf einsteigen. Danach bekommen sie dann 75 Prozent des Gehalts ausgezahlt – und zwar so lange, bis das Gehalts- und Arbeitszeitkonto wieder ausgeglichen ist.

Die Ministerin sagte zu den Vorwürfen, ihr Pflegemodell koste die Unternehmen zu viel: „Der Faktor Arbeit wird nicht wirklich verteuert.“ Von den Arbeitgebern werde nicht verlangt, dass sie mehr Geld zahlten. Das Gehalt werde später wieder „reingeholt“. Schröder räumte ein, dass für die Firmen ein Risiko bestehe: „Was machen wir, wenn die Mitarbeiter doch nicht nach der Pflegezeit zurückkehren?“

Deshalb lasse sie das besagte Versicherungsmodell durchrechnen. Nach Angaben der Ministerin müsste der Arbeitgeber die Versicherungspolice übernehmen. „Da man aber davon ausgehen kann, dass die meisten Arbeitnehmer zurückkehren, wäre das im vertretbaren Rahmen.“ Die CDU-Politikerin kündigte an, in Modellprojekten kurzfristig ihr Pflegeteilzeitmodell zu testen. „Danach werde ich möglichst schnell einen Gesetzentwurf vorlegen“, sagte sie. afp
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema