ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2010Neue Influenza: Risikomündig
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Ich habe mit Vergnügen das Editorial gelesen. Nachdem die WHO die Neue Influenza A/H1N1 zur Pandemie erklärt hat, ist richtigerweise in Deutschland sehr schnell reagiert worden. Dass in diesem Falle die involvierte Pharmaindustrie dabei einen zusätzlichen Profit gemacht hat, ist sicherlich nicht verwerflich. Glücklicherweise hat sich diese Influenza nicht als so virulent erwiesen, wie vorher befürchtet. Richtig ist, dass das mögliche Risiko einer virusinduzierten flächenwirksamen Pandemie damit aber noch nicht vom Tisch ist. Der Kollege Renn, den Sie zitieren, weist mit Recht darauf hin, dass die Bürger im allgemeinen und die Vertreter des Gesundheitswesens im speziellen (dies betrifft auch und insbesondere die vergleichsweise schlecht informierten ärztlichen Kollegen und Kolleginnen) diese Risikomündigkeit entwickeln müssen. Dies betrifft einerseits die nicht man made Virus-influenza, die nur sehr beschränkt beeinflussbar ist, was ihre Entstehung betrifft. Aber ein in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt nicht diskutiertes Problem/Risiko ist die man made Bioattacke (Bioterrorismus). Die dazu notwendige kriminelle Energie, wie aber auch das vergleichsweise sehr niedrige Produktionsniveau sowie die geringen Kosten zur Erstellung dieser künstlichen Biowaffen stellen ein real existierendes Risiko dar, dessen Handling ein großes Maß an Mündigkeit seitens des Gesundheitswesens, der Bürger allgemein und der Politik im Besonderen verlangt. Die Obama-Administration hat zur Evaluierung gesundheitspolitischer Entscheidungen allgemein, unter anderem aber auch gegen die Bedrohung eines Bioterrorismus, einen Gesamtbetrag von 1,1 Milliarden Dollar ausgewiesen, um eine Rationalisierung (im Sinne von Ratio) zu erreichen.

Die Neue Influenza A/H1N1 war ein guter Testfall; Deutschland hat diesen Test bestanden. Es gibt allerdings noch viel zu tun . . .
Dr. Fritz Steinberg, 45033 Essen
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