ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2010Gesundheitspolitik: Eher bemüht als überzeugend
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Heinz Stüwe schreibt, auch in der Gesundheitspolitik habe die Regierung eine schlechte Presse. Dem kann ich nur zustimmen.

Doch welchen wichtigen Grund gibt es, mit einem Leitartikel im DÄ für ein freundlicheres Bild des Gesundheitsministers in der Presse zu sorgen?

Ihre Fürsprache für den Minister und die Relativierung aller kritischen Fragen zu seinem Anteil an zwei wichtigen Personalentscheidungen im Gesundheitswesen wirken auf mich eher bemüht als überzeugend.

Schon vor der Bundestagswahl hatte ich den Eindruck, dass die Redaktion des DÄ es für selbstverständlich hält, dass alle Ärzte eine Regierungsbeteiligung der FDP herbeisehnen.

Von einer Zeitschrift, deren politische Stellungnahmen in Vertretung aller Ärzte abgegeben werden, erwarte ich mehr Distanz zu politischen Parteien und Lobbygruppen.

Nicht alle Ärzte fühlen sich ausschließlich den Standesinteressen der Ärzteschaft verpflichtet. Viele halten es für ebenso wichtig, ein Gesundheitssystem mitzugestalten, das seinem Auftrag gerecht wird, für die Gesundheit aller Mitbürger zu sorgen.

Ich würde es begrüßen, wenn das DÄ in der Öffentlichkeit und unter Ärzten dafür werben würde, ein gerechtes Gesundheitssystem für alle zu schaffen.
Dr. med. Lothar Rupprecht, 46124 Oberhausen

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