ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2010DRG-Einführung: Weiterbildung nicht berücksichtigt
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Die Autoren der Studie schreiben selbst, dass 70 Prozent der zuweisenden Ärzte eine Verschlechterung der Versorgung wahrnehmen, somit führt bereits die Überschrift des Artikels in die Irre.

Und selbst wenn „Krankenhausleitungen, Medizincontroller und DRG-Beauftragte . . . von einer verbesserten Qualität“ sprechen, wird verschwiegen, dass die dafür erforderliche ärztliche Weiterbildung unter dem DRG-System massiv leidet – einfach weil sie Geld und Zeit kostet und im DRG-System nicht abgebildet wird.

Deshalb verschärfen sich die negativen Entwicklungen seit der Einführung des DRG-Systems in Krankenhäusern zunehmend:

● Bereits Famulanten und PJler müssen chronisch unterbesetzte Stationen am Laufen halten und werden zu Übernahmefehlern gezwungen.
● Assistenzärzte können durch die Arbeitszeitverdichtung nur noch
unzureichend – oft nach Feierabend oder in Überstunden – weitergebildet werden.
● Dadurch sinkt das Niveau bereits ab und muss durch (vor der DRG-Ära noch gut ausgebildete) Oberärzte aufgefangen werden, die bereits jetzt immer mehr eigentlich assistenzärztliche Tätigkeiten übernehmen müssen.

Ein in diesem Kontext aussagekräftiger Endpunkt fehlt in der Studie, stattdessen werden nichtssagende Casemix-Zahlen aufgeführt. Auch ein sicherlich aufschlussreicher Vergleich zur (Weiterbildungs-)Qualität in nicht DRG-basierten Systemen wurde leider bereits durch das Studiendesign ausgeschlossen.
Niklas Schurig, 89518 Heidenheim
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