ArchivDeutsches Ärzteblatt25/1997Prognose der Alzheimer-Krankheit

MEDIZIN: Referiert

Prognose der Alzheimer-Krankheit

bt

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LNSLNS Drei Institute an der amerikanischen Ostküste, die sich mit der Alzheimerschen Krankheit befassen, haben in Gemeinschaftsarbeit versucht, eine Methode zu finden, die eine Prognose der Dauer des Krankheitsverlaufs bis zum Zeitpunkt der Vollpflegebedürftigkeit und bis zum Tod ermöglicht. Dazu wurde über sieben Jahre der Krankheitsverlauf bei 236 Patienten beobachtet; eine Kohorte von 105 Patienten folgte zur Validierung der Ergebnisse. Die Patienten wiesen bei Studienbeginn die von den amerikanischen Fachgesellschaften festgelegten Symptome für die Diagnose des Krankheitsbeginns auf. Aus mehreren Faktoren wurde an Hand der halbjährlichen weiteren Untersuchungen der Studienteilnehmer ein prädiktiver Index für die Endpunkte Pflegebedürftigkeit und Tod gebildet: Dauer der Erkrankung vor der ersten Untersuchung, Alter, das standardisierte Ergebnis einer Untersuchung des psychischen Status sowie das Vorhandensein oder die Abwesenheit psychotischer Symptome und extrapyramidaler Zeichen. Durch Multiplikatoren ergab sich ein prädiktiver Index zwischen 1 und 4,4, wobei die höhere Zahl die günstigere Prognose angibt. Daraus ergeben sich Tabellen, aus denen zu entnehmen ist, in wieviel Monaten jeweils 25, 50 und 75 Prozent der Patienten zu Vollpflegefällen werden oder sterben. Auch wurde versucht, den Apolipoprotein-E-Status mit zu verwerten; er stellte sich aber als statistisch unbedeutender Risikofaktor heraus.
Die Untersuchung, so betonen die Autoren, hat vor allem theoretischen Wert. Sie könnte Möglichkeiten zur Erweiterung klinischer Studien zur Behandlung der Alzheimer-Patienten eröffnen. Um solche Grundlagen zu erreichen, wurden Patienten ausgeschlossen, bei denen beispielsweise vorangegangener Drogenmißbrauch, Schizophrenie und andere größere Psychosen oder auch vorangegangene Elektroschocktherapien festgestellt worden waren. bt


Stern Y et al.: Predicting time to nursing home care and death in individuals with Alzheimer disease. JAMA 1997; 277: 806-812.
Dr. Yaakov Stern, Sergiewsky Center, 630 W 168 St, New York, NY 10032, USA.

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