ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2010Kulturkalender: Ein Streifzug durch die Moderne

KULTUR

Kulturkalender: Ein Streifzug durch die Moderne

Dtsch Arztebl 2010; 107(10): A-452 / C-390

Schuchart, Sabine

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BAD HOMBURG
Bis 30. Mai:
Günther Förg – Aufbruch der Farben
Übermalte Monotypien, Tuschzeichnungen, Pastelle, Aquarelle und Gemälde – circa 100 neuere Bilder von Günther Förg (*1952) laden den Betrachter dazu ein, sich mit dem Thema Farbe auseinanderzusetzen. Die Bildsprache des Malers und Fotografen hat sich aus der Abstraktion entwickelt. Aber dabei kümmert sich Förg, der in zahlreichen Sammlungen vertreten ist, wenig um klassische Kompositionsprinzipien. Farbe und Material ordnen die Bildfläche nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten, ob er vibrierende farbige Felder oder unregelmäßige Gitter malt, ob er bunte Striche nebeneinander oder die Energie der Farbe in reiner Form frei setzt. Auf narrative Elemente oder metaphysische Interpretationen verzichtet er völlig.
Altana-Kulturstiftung im Sinclair-Haus, Löwengasse 15, Di. 14–20, Mi.–Fr. 14–19, Sa./So. 10–18 Uhr

Foto: Museum Folkwang, Jens Nober 2009
Foto: Museum Folkwang, Jens Nober 2009
ESSEN
20. März bis 25. Juli:
„Das schönste Museum der Welt“
Gauguin (Bild: „Contes Barbares“, 1902) gehört mit Cézanne, van Gogh und Matisse zu den Wegbereitern der Moderne, deren Arbeiten das Folkwangmuseum noch unter seinem Gründer Karl Ernst Osthaus (1874–1921) erwarb und zeigte. Seine erste große Sonderausstellung widmet das von David Chipperfield neu errichtete Haus nun der eigenen Geschichte: Paul J. Sachs vom Museum of Modern Art in New York bezeichnet es 1932 als „das schönste Museum der Welt“. Große Verluste erlitt das Folkwang durch die nationalsozialistische Kulturpolitik. Mehr als 1 400 Werke wurden 1937 konfisziert. Die Ausstellung rekonstruiert die bedeutende Sammlung und konfrontiert die Meister der Moderne – wie schon zur Zeit von Osthaus – mit Objekten aus China und Japan, Griechenland und Ägypten, Java und Ozeanien.
Museum Folkwang, Museumsplatz 1, Di.–So. 10–20, Fr. 10–24 Uhr

KÖLN
Bis 22. August:
Kasimir Malewitsch
Im Rahmen seiner Projektreihe „Russische Avantgarde“ präsentiert das Museum Ludwig sein gesamtes Malewitsch-Œuvre – weltweit eine der wichtigsten Sammlungen. Die Gemälde, Skulpturen und grafischen Arbeiten aus allen Schaffensperioden führen die Entwicklung des Künstlers von der figurativen Kunst bis zu gegenstandslosen, mit geometrischen Mitteln erarbeiteten Bildern – seinen sogenannten suprematistischen Kompositionen – vor Augen.
Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, Di.–So. 10–18, 1. Do. im Monat 10–22 Uhr

STUTTGART
Bis 20. Juni:
Brücke Bauhaus Blauer Reiter
Einmal mehr zeigt sich, welche Kunstschätze ein einzelner Sammler zusammenzutragen vermag, der über ein Auge für Qualität und das Besondere verfügt: Seit den 1920er Jahren erwarb der Stuttgarter Unternehmer Dr. Max Fischer expressionistische Meisterwerke – insgesamt circa 250 Exponate. Die Staatsgalerie, die diese Sammlung als Dauerleihgabe betreut, stellt erstmals eine Auswahl vor: darunter Arbeiten von Beckmann, Feininger, Kirchner, Kokoschka, Marc, Macke, Munch, Nolde und Schlemmer.
Staatsgalerie, Konrad-Adenauer-Straße 30–32, tgl. außer Mo.10–18, Di. /Do. 10–20 Uhr

WEIMAR
14. März bis 30. Mai:
Hinaus in die Natur!
In Barbizon, einem französischen Dorf am Rand des Waldes von Fontainebleau, entstand Mitte des 19. Jahrhunderts um Künstler wie Millet, Courbet, Corot, Daubigny und Rousseau eine neue Form der Freilichtmalerei: Nicht mehr das Pittoreske oder Erhabene stand im Mittelpunkt, sondern die stimmungserfüllte, atmosphärische Darstellung eines schlichten Naturausschnitts, die „Paysage intime“. Diesem Phänomen, das den Impressionismus vorbereitete und zahllose Künstler aus anderen europäischen Ländern anzog, widmet sich die Schau mit 200 hochkarätigen Werken und blickt dabei auch auf die Rolle der Weimarer Malerschule.
Neues Museum Weimar, Markt 10, Di–So. 10–18 Uhr
Sabine Schuchart


„PflegeKunst“ (21. März bis 23. Mai): DASA, Friedrich-Henkel- Weg 1–25, Dortmund, Di.–So. 9–17, Do. 10–17 Uhr. Foto: DASA
„PflegeKunst“ (21. März bis 23. Mai): DASA, Friedrich-Henkel- Weg 1–25, Dortmund, Di.–So. 9–17, Do. 10–17 Uhr. Foto: DASA
Der besondere Tipp
Herausforderung Pflege
Mehr als zwei Millionen Deutsche sind aufgrund von Alter oder Krankheit auf ständige Pflege angewiesen – Anlass für 55 Künstlerinnen und Künstler aus Baden-Württemberg, sich mit dem vielschichtigen Thema auseinanderzusetzen. Ihre Bilder, plastischen Arbeiten, Objekte, Fotografien und Videos sind ab 21. März in Dortmund ausgestellt. Es fällt auf, wie unterschiedlich der Blickwinkel der Kunstschaffenden ist, die sich zuvor durch einen Wettbewerb qualifiziert hatten. Einige Exponate zeigen sehr persönliche Bezüge. Andere befassen sich mit der Lage pflegebedürftiger Menschen, wieder andere würdigen den Einsatz der Pflegenden. Bild: „Aufstehen II, 2004“ von Eva Langhans.

„PflegeKunst“
(21. März bis 23. Mai): DASA, Friedrich-Henkel-Weg 1–25, Dortmund, Di.–So. 9–17, Do. 10–17 Uhr
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