ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2010Krankenhaus-IT-Umfrage: Ausbau der Vernetzung

TECHNIK

Krankenhaus-IT-Umfrage: Ausbau der Vernetzung

Dtsch Arztebl 2010; 107(10): A-456 / B-401 / C-391

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Der zum vierten Mal veröffentlichte IT-Report Gesundheitswesen greift mit dem Thema „vernetzte Versorgung“ eine aktuelle Diskussion zur Qualität in der Patientenversorgung auf. Die Befragung unter den Geschäftsführern deutscher Krankenhäuser ergab, dass mehr als drei Viertel der Häuser über Kooperations- und/oder integrierte Versorgungsverträge vernetzt sind. Dennoch schätzt nur ein Drittel der Häuser das Potenzial der integrierten Versorgung als hoch oder sehr hoch ein. Hauptsächliche Partner sind Radiologiepraxen, andere Krankenhäuser, Arztpraxen, externe Apotheken und Medizinlabore. Derzeit erfolgt der elektronische Datenaustausch immer noch hauptsächlich über E-Mail-Verkehr. Geplant sind jedoch tiefer integrierte Informationssysteme. Auch bei den sektorenübergreifenden klinischen Pfaden, die eine gute Koordination der Partner erst ermöglichen, gibt es noch Entwicklungsbedarf. Weniger als ein Viertel setzte solche Pfade routinemäßig ein oder entwickelte sie gerade.

Viele Häuser sind vorrangig mit der Sicherstellung der betrieblichen Effizienz in Kombination mit Prozessmanagement beschäftigt und nutzen IT dabei zunehmend als ein Werkzeug zur Lösung von unternehmerischen Problemen. In der Hälfte der Häuser gibt es zudem einen strategischen IT-Plan.

Im Vergleich mit dem Stand von 2005/2006 zeichnen sich einige aussagekräftige Trends ab: So hat sich die IT-Ausstattung in den deutschen Krankenhäusern weiter konsolidiert. Die Zahl der Häuser, die entweder eine voll funktionsfähige elektronische Patientenakte nutzen oder diese implementieren, ist innerhalb von dreieinhalb Jahren von circa 42 auf 57 Prozent gestiegen. Bezogen auf Krankenhausinformationssysteme (KIS) nahm die Verbreitung von Patientenmanagementsystemen, Bildarchivierungs- und Kommunikationssystemen (PACS), Radiologieinformationssystemen, Ambulanz- und klinischen Arbeitsplatzsystemen signifikant zu. Immer noch hat für viele Häuser die Neueinführung oder das Update eines KIS oberste Priorität. Die Verbesserung des Einsatzes bestehender Systeme und die Einführung von Workflowmanagementsystemen folgten mit jeweils gleichem Prozentsatz auf Platz zwei.

Der IT-Report wurde durch die Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Fachhochschule Osnabrück unter Leitung von Prof. Dr. Ursula Hübner gemeinsam mit der Nordmedia -Hannover herausgegeben. Er ist Bestandteil der Landesinitiative eHealth.Niedersachsen und frei zugänglich unter www.it-report-gesundheitswesen.info. KBr
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