GELDANLAGE

Börsebius: Megatrend

Dtsch Arztebl 2010; 107(10): A-458 / B-402 / C-394

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LNSLNS Ach, es ist doch so einfach, aus einem kleinen Vermögen ein großes zu machen. Theoretisch wenigstens. Das Zauberwort heißt Megatrend, genauer, eben diesen vorher erschnuppert, geahnt, analysiert zu haben. Megatrends kennen wir aus der Vergangenheit über den Bau von Eisenbahnlinien, der Vergoldung von Mobilfunklizenzen bis hin zum glorreichen Aufstieg einiger Internetfirmen wie etwa Google.

Es gibt natürlich ebenso unzählige Beispiele, wo das gewaltige Potenzial von Produkten völlig verkannt wurde. Als beispielsweise die ersten Faxgeräte auf den Markt kamen, maulten die meisten Marktkenner, die Dinger („viel zu langsam“) würden sich gegen Fernschreiber niemals durchsetzen. Welch ein Irrtum.

Nun, was sich in der Theorie so einfach anhört, ist in der Praxis doch schwierig genug, eben deswegen, weil es Zigtausende von Produktneuheiten gibt, die es erst einmal als interessant herauszufischen gilt, und es natürlich auch neben der durchaus möglichen technischen Einzigartigkeit darauf ankommt, ob der Markt diese Novität wirklich braucht, und wenn ja, ob sich (mit sinkenden Stückkosten) ein akzeptabler Preis bilden kann. Kurzum: ein durchaus mühseliges Geschäft auf dem Weg zur wertvollen Perle.

Eines der großen Probleme der Wind- und Solarenergie ist zum einen die unmittelbar einleuchtende Tatsache, dass sie nicht immer zu gleichen Zeiten in gleichen Mengen zur Verfügung stehen, und vor allem deren Speicherbarkeit. Könnte dies geändert werden, gäbe es „die Batterie der Zukunft“, würden sich für die Branche unversehens riesige Märkte öffnen.

Genau das scheint beim Essener Industriekonzern Evonik im Testbetrieb gelungen zu sein. Offenbar steht der Bau einer Großanlage (1-Megawatt-Block) im saarländischen Völklingen unmittelbar bevor. Dieser Block soll etwas so groß sein wie ein Überlandcontainer und kann damit bequem direkt bei Wind- oder Solarenergieanlagen stehen. Nochmals: Da es bei erneuerbaren Energien bislang keine dezentralen Speicher gibt, könnte also die eben besprochene Lithium-Ionen-Großbatterie die Stromversorgung nachhaltig ändern. Damit dürfte auch der von der Bundesregierung bis 2050 vorgesehene Anteil von 50 Prozent an erneuerbaren Energien tatsächlich realisierbar sein.

Dieses sehr ambitionierte Ziel wäre im Übrigen ohne eine solche technische Neuerung gar nicht möglich gewesen.

Welche Schlüsse können wir als schlaue Anleger daraus ziehen? Wenn das alles so stimmt, müssten die Aktien von Nordex und Vestas ein klarer Kauf sein. Da wir auch wissen, dass die Zellen für die Großbatterie von Li-Tec in Kamenz gebaut wird (die auch schon Lithium-Ionen-Batterien für den Elektro-Smart produziert) und diese Gesellschaft mit 49,9 Prozent Daimler gehört, sollte die Daimler-Aktie ebenso getrost in Betracht gezogen werden. Mit diesem Wertpapiertrio könnte der Anleger also möglicherweise einen fetten Megatrend mitmachen und am Ende reichlich belohnt werden. Seiner Weitsicht sei Dank.
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