ArchivDeutsches Ärzteblatt25/1997Die chronisch-progrediente Gesichtsdermatose Rosazea

MEDIZIN: Diskussion

Die chronisch-progrediente Gesichtsdermatose Rosazea

Plewig, Gerd; Jansen, Thomas; Stark, G. B.

Zu dem Beitrag von Dr. med. Thomas Jansen und Prof. Dr. med. Gerd Plewig in Heft 3/1997
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LNSLNS Einmalrasierer ungeeignet
Mit großem Erstaunen habe ich in diesem Weiterbildungsartikel die Empfehlung gelesen, die normale Nasenform durch Abtragung des hypertrophen Gewebes mit einem Einmalrasiergerät zu behandeln. Die rekonstruktive Chirurgie der Nase gehört sicher zu den schwierigen Problemen der Plastischen Chirurgie und sollte entsprechend mit großer Vorsicht unter Kenntnis der anatomischen Verhältnisse vorgenommen werden. Ein Einmalrasiergerät eignet sich hierfür nicht.


Prof. Dr. med. G. B. Stark
Abteilung Plastische/Handchirurgie der Universität Freiburg
Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg im Breisgau


Schlußwort
Die Diskussionsbemerkung von Herrn Professor Stark gibt uns die Möglichkeit, auf einige Grundsätze der Rhinophymchirurgie einzugehen. Sachgerechte Rhinophymchirurgie bedeutet chirurgische Abrasion, Shaving, Abtragen der hyperplastischen Hautformationen der Nase, ohne die tiefsten Schichten des Epithels zu zerstören oder Knochen und Knorpel zu verletzten (1). Der Operationsdefekt schließt sich durch sekundäre Regeneration der Haut, die von den verbliebenen Epithelschichten, auch vom Epithel der Talgdrüsenreste, und von den Wundrändern ausgeht. Shaving-Methoden erfolgen auf konventionelle Weise mit dem tangentiell geführten Skalpell oder verwandten Instrumenten (Einmalskalpell, eingespannte Rasierklinge, Minidermatom, Minielektrodermatom/Coriotom), elektrochirurgisch mit schneidendem Strom (Messer, Schlinge, gebogene Nadel) oder mit hochtourig drehenden Fräsen, Drahtbürsten oder Nylonbürsten. Alle Methoden haben ihre Vorzüge, Nachteile und besonderen Risiken, sind aber grundsätzlich gleichermaßen zur Rhinophymchirurgie geeignet. Die Auswahl der Methode obliegt dem Chirurgen, der dabei die klinische Ausprägung des Rhinophyms ebenso wie seine technischen Möglichkeiten und spezielle Erfahrung berücksichtigen muß. Es ist ratsam, ein Rhinophym nicht zu früh zu operieren, solange noch keine ernsthaft störende Hyperplasie erkennbar ist. Was die Verwendung eines Einmalrasierapparates zur Rhinophymkorrektur anbelangt, so hat der Einmalrasierapparat als chirurgisches Instrument gegenüber dem Skalpell einige Vorzüge (2). Durch die gerade Klinge des Rasierapparates ist beim streifenförmigen Vorgehen von kranial nach kaudal eine Stufenbildung im Abtragungsgebiet stets zu vermeiden. Bei jeder Aktion werden gleichmäßige Gewebeschichten von etwa 0,5 mm Dicke abgetragen. Hierdurch ist das Risiko, durch ein zu tiefes Vorgehen den Nasenknorpel zu verletzen, minimal. Die Anordnung von Klinge und Haltegriff gewährleistet eine gute Führung des Instrumentes. In allen Anteilen der Nase kann man so eine glatte Oberfläche erreichen. Ebenso ist die Schaffung eines stufenlosen Überganges zur umgebenden, meist unveränderten Wangenhaut leichter möglich. In unserer Klinik hat sich die Verwendung eines Einmalrasierapparates zur Rhinophymkorrektur in vielen Jahren bewährt.


Literatur
1. Friederich HC: Zur Therapie des Rhinophyms. Ästhet Med 1967; 16: 169-182.
2. Konz B: Zur operativen Behandlung des Rhinophyms. Hautarzt 1975; 26: 211-214.


Dr. med. Thomas Jansen
Prof. Dr. med. Gerd Plewig
Dermatologische Klinik
und Poliklinik
Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9-11 80337 München

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