ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1997AIDS-Tage: Situation '97

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AIDS-Tage: Situation '97

EB

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LNSLNS Sechzehn Jahre nach Beginn der AIDS-Epidemie hat sich so gut wie alles an dieser Erkrankung geändert, nicht jedoch die Übertragungswege. Immer noch sind in Deutschland bisexuelle Männer die von der Infektion am stärksten betroffene Gruppe. Im heterosexuellen Bereich hat sich die Erkrankung nicht so stark ausgebreitet, wie anfangs befürchtet. Die Probleme von Familien und Frauen aber rücken auch bei verbesserter Lebens-erwartung und Lebensqualität verstärkt in den Vordergrund. Hierzu gehören Kinderwunsch bei diskordanten Paaren, Schwangerschaft, aber auch Fragen zur Sexualität ganz allgemein.
In kurzen Abständen sind in den letzten Monaten vor allen Dingen in den USA HIV-wirksame neue Substanzen zugelassen worden. Diese werden bereits jetzt weitgehend auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern verordnet.
In den letzten sechzehn Monaten hat es im Bereich der Behandlung der HIV-Erkrankung größere Fortschritte gegeben als in den sechzehn Jahren davor. Das hängt mit einem verbesserten Verständnis der pathophysiologischen Vorgänge, mit deutlich verbesserten diagnostischen Methoden und vor allem mit der Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapie zusammen. Unter anderem ausgehend vom Aaron Diamond AIDS Research Center New York (Dr. Ho) hat der verstärkte wissenschaftliche Einsatz in der klinischen Therapieforschung bereits jetzt Erfolge gezeigt.
Aus der Arbeitsgruppe von Dr. Ho werden zwei Teammitglieder die Ergebnisse zur Virusverminderung im Blut und in verschiedenen Geweben bei den 6. Münchner AIDS-Tagen (4. bis 6. Juli 1997; Information: Roswitha Lohwieser, Telefon 0 81 91/12 54 33, Fax 12 56 00) vorstellen. Ziel der Kombinationsbehandlung dort ist die Eradikation des Virus. Wenn dies gelingen würde, könnte Heilung möglich werden. EB

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