ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1997Nikotinkarenz verbessert Langzeitergebnisse nach perkutaner transluminaler Koronarangioplastie

MEDIZIN: Referiert

Nikotinkarenz verbessert Langzeitergebnisse nach perkutaner transluminaler Koronarangioplastie

Dtsch Arztebl 1997; 94(26): A-1801 / B-1522 / C-1420

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LNSLNS Daß Zigarettenrauchen bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK) schädlich ist, ist hinlänglich bekannt. Ob sich ein Effekt des Rauchens auch bei Patienten mit KHK und erfolgreicher perkutaner transluminaler Koronarangioplastie (PTCA) nachweisen läßt, war Thema einer Untersuchung an der Mayo-Klinik in Rochester, USA. Dort wurden alle zwischen 1979 und 1995 durch eine PTCA erfolgreich behandelten KHK-Patienten nachuntersucht und das klinische Ergebnis mit den Rauchgewohnheiten korreliert.
Eingeschlossen wurden 2 009 Nichtraucher, 2 259 Exraucher, 435 Raucher, die nach der PTCA das Rauchen einstellten, und 734 Raucher, die vor und nach der PTCA rauchten. In der im Mittel 16 Jahre dauernden Nachuntersuchungsphase war für persistierende Raucher gegenüber den Nichtrauchern das relative MortalitätsRisiko um den Faktor 1,76, das relative Risiko eines Herzinfarktes sogar um den Faktor 2,08 erhöht. Gegenüber den Rauchern, die sich nach dem Eingriff das Rauchen abgewöhnten, hatten die weiterhin rauchenden Patienten eine 1,44-fach erhöhte Letalität. Persistierende Raucher sowie die Raucher, die nach der PTCA mit dem Rauchen aufhörten, hatten allerdings gegenüber den Nichtrauchern eine erniedrigte Rate an Reinterventionen (Faktor 0,8 für PTCA, Faktor 0,72 für Bypass-Chirurgie). Dieses scheinbar paradoxe Ergebnis kann nach Ansicht der Autoren hauptsächlich durch die bei der Nichtraucher- und Exrauchergruppe häufiger vorkommenden Begleiterkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, erklärt werden.
Aufgrund dieser Ergebnisse sollte nach Meinung der Autoren allen Rauchern mit KHK und erfolgter PTCA dringend empfohlen werden, das Rauchen einzustellen. acc
Hasdai D et al.: Effect of smoking status on the long-term outcome after successful percutaneous coronary revascularisation. N Engl J Med 1997; 336: 755-761.
Dr. Holmes, Division of Internal Medicine and Cardiovascular Diseases, Mayo Clinic, 200 First St. S. W., Rochester, MN 55905, USA.

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