ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1997Sumatriptan auch als Zäpfchen verfügbar

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Sumatriptan auch als Zäpfchen verfügbar

Vetter, Christine

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LNSLNS Die Migräne geht häufig mit Übelkeit und Erbrechen einher, was verständlich macht, daß viele Patienten in einer solchen Situation die Einnahme von Zäpfchen bevorzugen. Diesem Wunsch wird jetzt durch die Einführung des Wirkstoffs Sumatriptan in Zäpfchenform (Imigran®, Glaxo Wellcome) Rechnung getragen.
Sumatriptan als Suppositorium wurde möglich, weil zahlreiche Untersuchungen laut Prof. Albrecht Ziegler (Kiel) gezeigt haben, daß die Substanz trotz hoher Konzentrationen im Rektum keine schädigenden Effekte auf die Schleimhaut hat. Erste klinische Untersuchungen mit der neuen Darreichungsform, die Dr. Hartmut Göbel (Kiel) im Rahmen einer Pressekonferenz beim Wiesbadener Internistenkongreß präsentierte, belegen eine gute Wirksamkeit bei gleichzeitig guter Verträglichkeit. Es liegen mittlerweile sieben klinische Studien bei mehr als 2 000 Patienten und mehr als 8 400 Migräneattacken vor. Der Wirkeintritt des Sumatriptan-Zäpfchens (25 mg) erwies sich als sicher und schnell, nach 120 Minuten ist das Wirkmaximum erreicht, 72 Prozent der Patienten geben eine deutliche Schmerzlinderung und 34 Prozent sogar eine Schmerzbefreiung an. Rund die Hälfte der Migränepatienten kann die übliche Tätigkeit wieder aufnehmen. Die Verträglichkeit der Zäpfchen entsprach derjenigen anderer Darreichungsformen des Wirk-stoffs. Sichtbare anorektale Irritationen oder gar okkultes Blut traten nicht auf. Die Zäpfchen eignen sich, so Prof. Karl M. Einhäupl (Berlin), auch für die rasche Schmerzlinderung bei Patienten mitResorptionsschwierigkeiten. Sumatriptan konnte zwar bislang per Autoinjektion auch subkutan appliziert werden, wenn die orale Einnahme nicht möglich war, doch schrecken davor viele Patienten zurück.
Christine Vetter

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