ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1997Auslandsimmobilien: Lockruf des Südens

VARIA: Immobilien

Auslandsimmobilien: Lockruf des Südens

Metzger, Oskar H.

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LNSLNS Rund 1 800 Wohnungsbaufinanzierungen im europäischen Ausland mit einem Volumen von über 200 Millionen DM haben die Landesbausparkassen (LBS), wie sie 1996 meldeten, seit Beginn ihrer Europaaktivitäten im Jahre 1992 abgewickelt. Der überwiegende Teil der finanzierten Objekte wird als Ferienimmobilie genutzt. Nach Einschätzung der LBS bilden generell Ferien- beziehungsweise Altersdomizile im Ausland ein wachsendes Marktsegment.


Die Deutschen setzen sich nach den Beobachtungen von Werner Steuber immer früher zur Ruhe und können bei Anpassung an südliche Lebensgewohnheiten den Wert ihrer Rente fast verdoppeln. Als Vorstand der Deutschen und Schweizerischen Schutzgemeinschaft für Auslandsgrundbesitz in WaldshutTiengen warnt Steuber zwar vor einigen Nachteilen und Risiken. "Insgesamt aber", so sein Fazit, "kann der Umzug in den Süden eine gute Sache sein." In seinem Buch "(Vor-)Ruhestand im Süden - billig, warm und steuerfrei" gibt Steuber eine Vielzahl praktischer Tips. So sei es beispielsweise im Süden dem jeweiligen ausländischen Fiskus mehr oder weniger egal, welche Bezüge der ausländische Ruheständler von sonstwo habe, obwohl förmlich nach dem Wohnsitzprinzip zum Beispiel Zinsen aus dem Ausland im jeweiligen Staat versteuert werden müßten.
Als Nachteile eines südlichen Domizils nennt Werner Steuber die Tatsache, daß deutsche Rentner zwar den Beitrag zur Pflegeversicherung von ihrer Rente abgezogen bekommen, gleichwohl aber im Ausland keinerlei Leistungen in Anspruch nehmen können, auch wenn diese dort billiger angeboten werden als hierzulande. Möglicherweise bestehe jedoch die Chance auf einen Musterprozeß bis zum Europäischen Gerichtshof. Nachteilig sei auch, daß deutsche Rentner im EU-Ausland zwar Anspruch auf kostenlose ärztliche Versorgung haben. Diese umfasse aber immer nur Leistungen nach dem Niveau des jeweiligen Landes.
In Österreich sei der Daueraufenthalt für Rentner problemlos möglich, aber zunächst einmal nur in gemieteten Räumen. In der Schweiz würde ein Daueraufenthalt legal nur gestattet für Rentner ab 60 Jahre, die genügend Einkünfte nachweisen. In Italien sei der Immobilienkauf problemlos, aber in der Toskana und an den norditalienischen Seen teuer. In Spanien, Portugal und Frankreich seien Immobilienkauf und Daueraufenthalt für EU-Rentner problemlos möglich. In Griechenland würde ein Immobilienkauf auf vielen Inseln und in Grenzgebieten nur mit Genehmigung gestattet. Nach den Worten von Dr. Hartwig Hamm, LBS-Verbandsdirektor, übernehmen die Landesbausparkassen bei Auslandsimmobilien die vollständige Abwicklung der Vertrags- und Finanzierungsmodalitäten. Ein wesentlicher Finanzierungsvorteil für den Erwerber liege in der Absicherung des Kredits. Die Landesbausparkassen würden mit Ausnahme Italiens in allen Ländern die ihnen durch das Bausparkassengesetz eingeräumte Möglichkeit einer grundpfandrechtlichen Absicherung des Kredites nutzen. Das bedeute, daß der Kunde nicht auf die teuren Bürgschaftsverfahren im Ausland angewiesen sei, sondern die günstigere Absicherung direkt am Objekt vornehmen lassen könnte.
Auch die Makler wollen am Wachstumsmarkt der Auslandsimmobilien teilhaben. So beginnt im Herbst an der Europäischen Immobilien Akademie des Verbandes Deutscher Makler (VDM) in Saarbrücken ein neuer Studiengang Auslandsimmobilien. Oskar H. Metzger

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