ArchivDeutsches Ärzteblatt10/1996Ausstellung von Privatrezepten: Keine Vordruckvereinbarung

VARIA: Technik für den Arzt

Ausstellung von Privatrezepten: Keine Vordruckvereinbarung

R.B.

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LNSLNS Seit der flächendeckenden Einführung der "Chipkarte" werden auch Privatrezepte mit individuellem Arzt-Aufdruck im Format DIN A6 quer in den Programmen für Privat-Drucksachen angeboten. Diese Privatrezepte im Kassenformat dienen unter anderem dazu, den Mitgliedern der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung Medikamente "privat" zu verschreiben, die ihnen deren Versicherungen nicht erstatten. Die persönlichen Daten der Patienten werden dabei unter Nutzung der KVK-Chipkarte auf das mit den ArztAngaben bedruckte Privatrezeptformular übernommen.
Seit einigen Monaten wird von den Plänen der Privaten Kran­ken­ver­siche­rungen (PKV) berichtet, für ihren Mitgliederkreis eine "Card für Privatversicherte" einzuführen. Über die Daten-Inhalte dieser PKV-Chipkarte bestehen keine Vereinbarungen mit den ärztlichen Organisationen und Vereinigungen. Nicht sicher ist außerdem die Beteiligung aller Unternehmen der Privaten Kran­ken­ver­siche­rungen und damit die generelle Gültigkeit dieser Karte.
Für den Einsatz der PKV-Karte für normierte Druckausgaben in der Praxis-EDV ist eine vorherige Anpassung der jeweiligen Software durch die Software-Hersteller erforderlich. Danach können die Patientendaten auch für die Ausstellung von Privatrezepten auf Formulare im Format DIN A6 quer ausgedruckt werden. Auch Verschreibungen für Privatpatienten aus Medikamentendateien mit EDV-Unterstützung sind auf jedes sonstige geeignete Papierformat möglich.
Die Vordrucke für die Privatrezepte können frei gestaltet werden, auch das Format ist nicht vorgegeben. Alle bekannten Lieferprogramme für Privatdrucksachen ermöglichen es dem Kunden, die gewünschten Arzt- und Praxisangaben auf den DIN-A6-Rezepten drucken zu lassen. Kostengünstige Standardisierungen erfordern allerdings einen Verzicht auf Angaben wie Sprechstundenzeiten oder Zusatzbezeichnungen. Damit werden Privatrezepte zu Konditionen möglich, die denen beim Bezug von Kassenrezepten mit Eindruck von PraxisAngaben entsprechen. Auf besonderen Wunsch können jedoch als Sonderleistung auch Sprechstundenangaben oder Zusatzbezeichnungen auf standardisierte Rezept-Vordrucke aufgedruckt werden. Mit der beabsichtigten Einführung der "Card für Privatversicherte" wird die Rechtsbeziehung zwischen Arzt und Privatpatient nicht neu geregelt: Vertragspartner des Arztes bleibt der Patient – auch ohne PKV-Chipkarte. Unverändert bleiben außerdem die Vorschriften für das Ausstellen von Privatrezepten. R.B.
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