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LNSLNS Die Autoren danken den Kollegen für die Leserbriefe und die Gelegenheit, mögliche Missverständnisse richtig zu stellen. Zu den einzelnen Leserbriefen möchten wir wie folgt antworten:

Herr Dr. Lattmann zitiert aus dem Beitrag nicht zutreffend. Wichtig war, noch einmal darauf hinzuweisen, dass die Autoren keine „Zwangsimpfung propagieren“, sondern dass „eine Impfpflicht für Beschäftigte, die immunsupprimierte Patienten betreuen, in Erwägung gezogen werden sollte“. Die Autoren wünschen sich klare Regelungen im Umgang mit diesen besonders vulnerablen Patienten. Bei Beschäftigten mit chronisch-viralen Infektionserkrankungen (HIV- oder Hepatitis-B/-C-Infektion) existieren seit Jahren entsprechende Regelungen. Dass bei anderen akut verlaufenden Infektionserkrankungen wie zum Beispiel bei Influenza A nicht immer emotionsfrei diskutiert wird, hatten die Autoren bereits im Vorfeld vermutet. Im Hinblick auf die Einzelfallbeschreibung einer Vitiligo nach Grippe-Impfung ist anzumerken, dass ein zeitlicher Zusammenhang einer Erstmanifestation einer Erkrankung nach einer Impfung nicht zwangsläufig den Kausalzusammenhang zur Impfung belegt.

Über den Kommentar von Herr Dr. Kothe, dass ihn betriebsärztliche sowie krankenhaushygienische Maßnahmen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen an das Staatsregime der DDR erinnern, können sich die Autoren nur wundern. Zur Information sei angemerkt, dass in Ländern wie den USA (die nun keinesfalls ein sozialistisches Staatsregime besitzen), die beschriebenen Maßnahmen bereits seit Jahren fest im Gesundheitssystem verankert sind. Infektionsschutz im Krankenhaus (zum Beispiel durch Impfungen oder durch das Tragen von Mundschutz) ist kein „Rückschritt“, sondern verhindert nosokomiale Infektionen und schützt sowohl die Mitarbeiter als auch die Patienten. Formulierungen wie „Zwangsimpfungen“ und „Maulkorb“ erscheinen erneut ein Beleg für eine unsachliche und emotional geführte Debatte über Impfungen. Dennoch danken die Autoren Herrn Dr. Lattmann und Herrn Dr. Kothe für ihre Kommentare, die deutlich machen, dass weitere Aufklärung und interdisziplinäre Diskussion dringend erforderlich sind. Der Leserbrief von Herrn Friedenberg gibt Gelegenheit, auf die Problematik der „Wahl des richtigen Mund- und Atemschutzes“ näher einzugehen. Die Frage, welche Maske angemessen ist, wird zum jetzigen Zeitpunkt kontrovers diskutiert (14). Aktuelle Daten belegen jedoch eine vergleichbare Schutzwirkung zwischen dem chirurgischen Mundschutz und den FFP2-Masken (2, 3). Im Vergleich zum chirurgischen Mundschutz weisen FFP2-Atemschutzmasken wegen des erhöhten Atemwegwiderstandes und etwaiger Hautirritationen allerdings eine schlechtere Akzeptanz bei den medizinischen Beschäftigten auf (1). Die erforderlichen Schutzmaßnahmen für Beschäftigte, die Patienten mit aerogen übertragbaren Infektionen betreuen, müssen im weiteren Zeitverlauf evaluiert werden, um sowohl den größtmöglichen Schutz der medizinischen Beschäftigten als auch die Akzeptanz der Beschäftigten, die bereitgestellten Schutzmaßnahmen zu verwenden, zu gewährleisten.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0194

Prof. Dr. rer. med. Holger F. Rabenau
Prof. Dr. med. Volkhard A. J. Kempf
Dr. med. Christian Brandt

Dr. med. Dr. med. habil. Sabine Wicker
Betriebsärztlicher Dienst
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main
E-Mail: Sabine.Wicker@kgu.de


Interessenkonflikte
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Jefferson T, Del Mar C, Dooley L, et al.: Physical interventions to interrupt or reduce the spread of respiratory viruses: systematic review. BMJ 2009; 339: 3675. MEDLINE
2.
Johnson DF, Druce JD, Birch C, Grayson ML: A quantitative assessment of the efficacy of surgical and N95 masks to filter influenza virus in patients with acute influenza infection. CID 2009; 49: 2757. MEDLINE
3.
Loeb M, Dafoe N, Mahony J, et al.: Surgical mask vs N95 respirator for preventing influenza among health care workers: A randomized trial. JAMA 2009; 302: 1865–71. MEDLINE
4.
Shine KI, Rogers B, Goldfrank LR: Novel H1N1 influenza and respir-atory protection for health care workers. N Engl J Med 2009; 361: 1823–5. MEDLINE
5.
Wicker S, Rabenau HF, Kempf V, Brandt C: Vaccination against classical influenza in health-care workers: self-protection and patient protection [Impfung gegen die klassische Influenza bei medizinischem Personal: Selbstschutz und Patientenschutz]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(36): 567–72. VOLLTEXT
1. Jefferson T, Del Mar C, Dooley L, et al.: Physical interventions to interrupt or reduce the spread of respiratory viruses: systematic review. BMJ 2009; 339: 3675. MEDLINE
2. Johnson DF, Druce JD, Birch C, Grayson ML: A quantitative assessment of the efficacy of surgical and N95 masks to filter influenza virus in patients with acute influenza infection. CID 2009; 49: 2757. MEDLINE
3. Loeb M, Dafoe N, Mahony J, et al.: Surgical mask vs N95 respirator for preventing influenza among health care workers: A randomized trial. JAMA 2009; 302: 1865–71. MEDLINE
4. Shine KI, Rogers B, Goldfrank LR: Novel H1N1 influenza and respir-atory protection for health care workers. N Engl J Med 2009; 361: 1823–5. MEDLINE
5. Wicker S, Rabenau HF, Kempf V, Brandt C: Vaccination against classical influenza in health-care workers: self-protection and patient protection [Impfung gegen die klassische Influenza bei medizinischem Personal: Selbstschutz und Patientenschutz]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(36): 567–72. VOLLTEXT

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