ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2010Gemeinsamer Bundes­aus­schuss

MEDIZIN: Diskussion

Gemeinsamer Bundes­aus­schuss

Joint Federal Committee

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(11): 196; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0196a

Lundershausen, Ellen

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LNSLNS Herr Professor Suckfüll nimmt in seinem Artikel auch Bezug auf eine Veröffentlichung des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte, der propagiere, künftig die Therapie des Hörsturzes als individuelle IGeL-Leistung abzurechnen.

Das ist richtig, aber die Gründe für diese Vorgehensweise liefert ein Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses.

Die zum 1. 4. 2009 gültige Arzneimittelrichtlinie legt fest, dass Medikamente, die bisher zur Therapie des Hörsturzes verwendet wurden, nicht mehr als Kassenleistung verordnungsfähig sind oder nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot entsprechen.

Herr Suckfüll hat die Behandlungsoptionen ausführlich dargestellt. Für die niedergelassenen HNO-Ärztinnen und -Ärzte hieße die weitere Verordnung unausweichlich Regress.

Allein diesem Tatbestand ist es geschuldet, dass der Berufsverband, unterstützt von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zur Abrechnung als Individuelle Gesundheitsleistung rät.

Einmal mehr wird damit deutlich, dass die Therapiefreiheit des niedergelassenen Arztes im Bereich der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung durch rechtliche Vorgaben limitiert wird und die Ressourcenknappheit nicht offen dargestellt wird. Der Leidtragende bleibt der Patient.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0196a

Dr. med. Ellen Lundershausen
Vizepräsidentin
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.
Postfach 1427
24504 Neumünster
E-Mail: bv@hno-aerzte.de
1.
Suckfüll M: Perspectives on the pathophysiology and treatment of sudden idiopathic sensorineural hearing loss [Hörsturz – Erwägung zur Pathophysiologie und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106 (41): 669–76. VOLLTEXT
1. Suckfüll M: Perspectives on the pathophysiology and treatment of sudden idiopathic sensorineural hearing loss [Hörsturz – Erwägung zur Pathophysiologie und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106 (41): 669–76. VOLLTEXT

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