ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2010Nicht hinzunehmende Subgruppen

MEDIZIN: Diskussion

Nicht hinzunehmende Subgruppen

Unacceptable Subgroups

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(11): 196-7; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0196c

Egidi, Günther

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LNSLNS Herr Professor Suckfüll postuliert in seinem Fortbildungs-Artikel zur Behandlung des Hörsturzes angeblich erforderliche diagnostische Maßnahmen von Ohrmikroskopie über Tympanometrie bis zur Messung von akustisch evozierten Potenzialen. Den Beleg für den Nutzen dieser im „Konsens-Verfahren“ beschlossenen Empfehlungen bleibt er schuldig.

Sehr richtig weist er darauf hin, dass es für die Therapie des Hörsturzes keine sicheren Belege gebe. Hier rächt sich die Methode einer selektiven Literaturrecherche. Die Arbeiten von Desloovere (1), die neben der zitierten von Klemm et al. einen Nutzen einer Behandlung mit Plasmaexpandern widerlegen, bleiben dabei nicht erwähnt. Nicht hinzunehmen ist, aus Studien mit Negativevidenz ex post Subgruppen herauszusuchen, um daraus doch noch positive Empfehlungen abzuleiten. Die Empfehlung, HAES-Infusionen, von denen man weiß, dass sie mit Nierenschäden (2) und lebenslang persistierendem Juckreiz (3) einhergehen können, als IGeL-Angebot auf den Markt zu bringen, hat meines Erachtens in einem Fortbildungsartikel nichts verloren.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0196c

Dr. med. Günther Egidi
Huchtinger Heerstraße 41
28259 Bremen
E-Mail: familie-egidi@nord-com.net
1.
Desloovere C, Lörz M, Klima A: Sudden sensorineural hearing loss—influence of hemodynamical and hemorheological factors on spontaneous recovery and therapy results. Acta Otorhinolaryngol Belg 1989; 43(1): 31–7. MEDLINE
2.
Bundes­ärzte­kammer – Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft: Rückenschmerzen bei Anwendung Hydroxyethylstärke-haltiger Infusionslösungen. Dtsch Arztebl 1995; 92(19): A-1402.
3.
Reimann S, et al.: Hydroxyethylstärke-Speicherung in der Haut unter besonderer Berücksichtigung des Hydroxyethylstärke-assoziierten Juckreizes. Dtsch Med Wschr 2000; 125: 280–5. MEDLINE
4.
Suckfüll M: Perspectives on the pathophysiology and treatment of sudden idiopathic sensorineural hearing loss [Hörsturz – Erwägung zur Pathophysiologie und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106 (41): 669–76. VOLLTEXT
1. Desloovere C, Lörz M, Klima A: Sudden sensorineural hearing loss—influence of hemodynamical and hemorheological factors on spontaneous recovery and therapy results. Acta Otorhinolaryngol Belg 1989; 43(1): 31–7. MEDLINE
2. Bundes­ärzte­kammer – Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft: Rückenschmerzen bei Anwendung Hydroxyethylstärke-haltiger Infusionslösungen. Dtsch Arztebl 1995; 92(19): A-1402.
3. Reimann S, et al.: Hydroxyethylstärke-Speicherung in der Haut unter besonderer Berücksichtigung des Hydroxyethylstärke-assoziierten Juckreizes. Dtsch Med Wschr 2000; 125: 280–5. MEDLINE
4. Suckfüll M: Perspectives on the pathophysiology and treatment of sudden idiopathic sensorineural hearing loss [Hörsturz – Erwägung zur Pathophysiologie und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106 (41): 669–76. VOLLTEXT

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