ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2010Hausarztverträge: Datenschützer sehen Patientengeheimnis gefährdet

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Hausarztverträge: Datenschützer sehen Patientengeheimnis gefährdet

Dtsch Arztebl 2010; 107(11): A-466 / B-410 / C-402

Krüger-Brand, Heike E.

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Das Hausarztmodell ist aus Sicht der Datenschützer verfassungswidrig. Foto: picture-alliance/BSIP
Das Hausarztmodell ist aus Sicht der Datenschützer verfassungswidrig. Foto: picture-alliance/BSIP
Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) hat Gesetzgeber, Krankenkassen und Hausärzte aufgefordert, die Umsetzung der hausarztzentrierten Versorgung nach § 73 b SGB V sofort zu stoppen.

Die Datenschützer sind der Auffassung, dass der Schutz des Sozial- und des Patientengeheimnisses bei den beauftragten privaten Dienstleistern nicht gewährleistet ist und dass die Krankenkassen mehr Daten als gesetzlich erlaubt erfassen. Zudem sehen sie das Risiko einer Diskriminierung von nichtrentablen Patienten und durch die kassenbezogene Sonderabrechnung eine Gefährdung der Datensicherheit bei den IT-Systemen der ambulant tätigen Ärzte.

Das Hausarztmodell ist nach Auffassung des ULD daher verfassungswidrig und verletzt die informationelle und medizinische Selbstbestimmung der Versicherten. Hausärzten und Patienten empfiehlt das ULD, nicht an der hausarztzentrierten Versorgung teilzunehmen. Aus Datenschutzsicht sei es überfällig, den Wildwuchs bei der Datenverarbeitung im Bereich des SGB V völlig neu zu regeln. KBr

@Weiter Informationen: www.datenschutzzentrum.de/medizin/gkv/hausarztzentrierte-versorgung2.html
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