ArchivDeutsches Ärzteblatt10/1996Pannen auf der Autobahn: Mancher Defekt läßt sich selbst beheben

VARIA: Auto und Verkehr

Pannen auf der Autobahn: Mancher Defekt läßt sich selbst beheben

autopress

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Panne auf der Autobahn, ein Alptraum für jeden Autofahrer. Das bedeutet geplatzter Termin oder gar vermiester Urlaub. Warten auf den Helfer und so manches Mal ein teurer Transport mit dem Abschleppwagen. 1,9 Millionen Panneneinsätze, ein Großteil davon auf der Autobahn, registrierten die Helfer der Automobilclubs allein im vergangenen Jahr.


Eine Panne muß jedoch nicht immer mit fremder Hilfe oder gar am Abschleppwagen enden. Mit ein paar Tricks, macht Hans-Jürgen Kremer vom Automobil Club Europa (ACE) Mut, könne auch der Laie den Wagen wieder zum Rollen bringen und so zumindest zur nächsten Autowerkstatt retten. Doch Autofahrer seien gewarnt: Ist kein Seitenstreifen vorhanden oder ist er zu schmal, kann die Pannenhilfe in eigener Regie tödlich enden. Kremer rät daher: "Ist bei einer Panne nicht genügend Seitenstreifen gegeben, sollte der Fahrer das Auto sichern, hinter die Leitplanke gehen und so schnell wie möglich über die Notrufsäule Hilfe rufen."
Habe aber der Fahrer genügend Ausweichmöglichkeit, lasse sich so mancher Defekt nach Studium der Betriebsanleitung oder mit ein wenig Grundkenntnis selbst lösen. "Denn oft haben kleine Ursachen große Wirkungen", erläutert der erfahrene Pannenhelfer. Zu heißes Kühlwasser, stotternder Motor, lockerer Keilriemen, platter oder geplatzter Reifen – das seien einige der häufigsten Pannen, die sich auf Autobahnen ereignen. Schnell ist möglicherweise ein Problem bei stotternden Motoren behoben. Fehlerursache ist vielleicht ein leerer Tank oder eine defekte Zündanlage. Eine Ersatzkerze im Gepäck hilft dem Laien nicht immer weiter. Zudem ist schon manch festsitzende Zündkerze beim unsachgemäßen Zangeneinsatz abgebrochen. Wenn überhaupt dort Hand angelegt wird, muß die Zündanlage währenddessen ausgeschaltet sein! Ein defektes Zündkabel dagegen läßt sich übergangsweise mit Isolierband reparieren. Zündaussetzer sind erfahrungsgemäß nicht so leicht zu orten. Hier sind unbedingt Leute mit Sachverstand gefragt.
Bei zu heißem Kühlwasser, zu erkennen an leuchtender Warnlampe oder Temperaturanzeiger im roten Bereich, sollte der Fahrer den Motor sofort ausstellen und die Motorhaube öffnen, damit die Stauwärme entweichen kann, rät der ACE-Mann dringend. Erst wenn der Motor ausreichend abgekühlt ist, kann die Fehlersuche beginnen. Hilfreiche Tips hält auch Karin Deutsch vom Saarländischen Kraftfahrzeugverband zum Thema zu heißes Kühlwasser parat. "Der Fahrer sollte nach dem Anhalten auf dem Boden nach eventuellem Wasseraustritt schauen", erklärt die Kfz-Meisterin und Leiterin von Pannenkursen. Tritt Wasser aus, sind die dicken Schläuche zu kontrollieren, denn die führen meist Wasser. "Bei kleinem Riß oder Loch läßt sich dann der Schlauch mit Isolierband oder Pflaster provisorisch abdichten", weiß die Expertin. Sobald der Motor abgekühlt ist, gilt es für den Fahrer, das Wasser im Ausgleichsbehälter zu prüfen und notfalls bis Maximum aufzufüllen. "Dies kann man auch mit Mineralwasser aus dem Bordproviant machen", meint Karin Deutsch. Auch bei einer Reifenpanne kann sich ein Laie schnell selbst helfen. Karin Deutsch: "Hier ist es nützlich, die Betriebsanleitung zu Rate zu ziehen, wo der Wagenheber angesetzt werden muß." Sitzt der Keilriemen zu locker, dies erkennt man am kreischenden Geräusch, muß er nachgespannt oder ersetzt werden. "Für letzteren Fall ist es ratsam, einen Original-Keilriemen mitzuführen. Denn die Pannenfahrzeuge haben in der Regel zwar Werkzeug, aber auf Grund der Modellvielfalt nicht immer den passenden Keilriemen dabei", erläutert Karin Deutsch. Das Aufleuchten der Ladekontroll-Leuchte und steigende Wassertemperatur deuten ebenfalls auf gerissenen Keilriemen hin. Liegt ein größerer Schaden vor, kann der Fahrer Hilfe über die Notrufsäule anfordern. Zu ihr gelangt man, indem man den Pfeilen auf den weißen Straßenbegrenzungspfosten folgt. autopress

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote