ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2010Randnotiz: Unerwünschte Wirkungen

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Randnotiz: Unerwünschte Wirkungen

Dtsch Arztebl 2010; 107(12): A-523 / B-459 / C-451

Osterloh, Falk

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LNSLNS Einmal mehr hat dieser Tage das deutsche Gesundheitswesen mit sich selbst zu tun. Dennoch lohnt sich manchmal – und gerade jetzt zu Ostern – ein Blick über den eigenen Nestrand hinaus. Zum Beispiel zur Süßwarenindustrie, der aktuell ähnlich dramatische Umgestaltungen ins Haus stehen wie der Arzneimittelindustrie. So will die Politik künftig dem freundlich lächelnden Schokoladenosterhasen eine breite Kalorientabelle auf den Bauch drucken lassen. Das ruft natürlich den Widerstand der Branche hervor, der in Sprache und Attitüde den Äußerungen gesundheitspolitischer Lobbyverbände überraschend ähnelt.

So beschwört der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) die Gefährdung des Mittelstands und fordert eine Politik mit Augenmaß. Diverse, nicht näher spezifizierte Experten werden angeführt, die von der geplanten Umstrukturierung abraten. Und hier wie dort würzen – beziehungsweise süßen – Lobbyisten ihre Sprache bisweilen gerne mit bedeutungsvoll klingenden Fachtermini. So befürchtet der BDSI das Platzen der Kakaorohstoffblase. Während dieser Gedanke bei mancher Naschkatze den Speichelfluss anregt, vergeht der Süßwarenindustrie der Appetit.

Doch bei genauem Hinsehen gibt es noch weitere Ähnlichkeiten zwischen Süßwaren und Arzneimitteln. Beide sind häufig bunt, werden in mundgerechten Happen serviert. Und beide sollen das Wohlbefinden des Menschen steigern. Dabei muss man natürlich auf die Dosis achten. Wenn man es übertreibt, kann es schnell zu unerwünschten Süßwarenwirkungen (USW) kommen. Die dann wiederum den Einsatz von Arzneimitteln erforderlich machen können. Und umgekehrt.
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