ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1997Börsebius rund ums Geld: Schöne Ratgeber

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius rund ums Geld: Schöne Ratgeber

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Die Leimruten, die von dubiosen Beteiligungsfirmen seit Ende der 80er Jahre ausgelegt werden, vermitteln nahezu immer die gleiche Botschaft: Nur bei ihnen gäbe es die lukrative Geldanlage mit phantastischen Renditen und keinen Risiken.
Speziell bei der Möglichkeit, vermögenswirksame Leistungen in GmbH-Beteiligungen anzulegen, fühlen sich viele angestellte Ärzte vom vermeintlichen "Gütesiegel" der staatlichen Sparförderung angezogen, mit dem die Betreiber ungeniert werben und sich so einen seriösen Touch geben.
Oft merken die Anleger viel zu spät, daß sie windigen Geschäftemachern aufgesessen sind. Die hohen Abschlußprovisionen und Verwaltungsvergütungen fressen die eingezahlten Gelder häufig genug wieder auf. Wie man aus solchen Verträgen wieder herauskommt, hat in der gut aufgemachten Broschüre "Dubiose GmbHBeteiligungen" die Verbraucher-Zentrale NRW aufgedröselt. Sie kann für 7 Mark per Post angefordert werden (Aderstr. 78, 40215 Düsseldorf). Ein prima Einfall der Verbraucherschützer, dem verunsicherten Anleger diese sehr brauchbare Hilfe an die Hand zu geben.
Die Düsseldorfer WGZ-Bank hatte freilich nicht so eine tolle Idee. Das Spitzeninstitut der nordrheinwestfälischen Volksbanken und Raiffeisenbanken setzte jüngst die Aktie von Brau und Brunnen von "verkaufen" auf "halten". In der Fachsprache bedeutet dies allerdings, daß Mutige jetzt schon kaufen sollen.
Das ist schon sehr gewagt, denn Brau und Brunnen ist exorbitant verschuldet und konnte bislang nur mit Mühe vor dem Aus bewahrt werden. Aber, so die WGZ, der neue Vorstandschef Rainer Verstynen sei genau der Richtige, um das derzeit noch schlingernde Schiff wieder auf Vordermann zu bringen, zumal die Produktpalette gerade bereingt werde.
Vor allen Dingen aber stützt die WGZ-Bank ihr Urteil auf Charts, gemeint sind die Verläufe des Aktienkurses. Im Verlauf der jüngsten Aufwärtsbewegung seien sowohl die 200-Tage-Linie als auch die 90-Tage-Linie nach oben durchbrochen worden, und somit sei Brau und Brunnen ein Kauf. Aber: Bei einem Rückfall unter die eben erwähnten Durchschnitte müßte indes strikt alles wieder verkauft werden. Prima Aussagen, wirklich. Wie im wahren Lotto halt. Alles ist drin. Börsebius
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