ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2010Transplantation: Es fehlt ein Transplantationsregister
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Mit Interesse habe ich Ihren Bericht über das Symposium zur Lage der Transplantationsmedizin in Deutschland der Bundesärztekammer gelesen, in dem Sie die schwierige Diskussion aufgreifen, dass gemäß Transplantationsgesetz die Organzuteilung nach Aspekten der Dringlichkeit und der Erfolgsaussicht zu erfolgen habe. Während wir insbesondere für die Leber durch das MELD-System einen relativ guten Maßstab für die Dringlichkeit haben, so ist die Datenlage für die Frage Erfolgsaussicht sehr schlecht. Hier besteht meines Erachtens dringender Handlungsbedarf. Nur durch eine konsequente Erfassung der Transplantationsergebnisse kurzfristig und langfristig werden wir in der Lage sein, die Erfolgsaussichten individueller Transplantationskandidaten und individueller Organe mit einer hinreichenden Zuverlässigkeit vorauszusagen. Hierzu müssen diese Daten aber überhaupt erst mal erfasst werden. Dieses ist in den USA eine Selbstverständlichkeit, bei uns fehlen hierfür aber sowohl die organisatorischen als auch die gesetzlichen Voraussetzungen. Im Interesse unserer Patienten, und in Erfüllung der Vorschriften des Transplantationsgesetzes erscheint es mir deswegen unabdingbar, dass ein solches Transplantationsregister in Deutschland etabliert wird. Hier wäre eine entsprechende Initiative der Bundesärztekammer, so glaube ich, dringend geboten. Wir können hier nicht ausschließlich auf die amerikanischen Daten zurückgreifen, die aus den verschiedensten Gründen nur zum Teil auf die deutsche Situation übertragbar sind.
Prof. Dr. A. W. Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf, 20246 Hamburg

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