ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2010Tinnitus-Studie: Internetbasiertes Selbsthilfetraining

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Tinnitus-Studie: Internetbasiertes Selbsthilfetraining

Dtsch Arztebl 2010; 107(12): A-554 / B-483 / C-475

Krüger-Brand, Heike E.

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Anhand einer Informationsbro - schüre klärt ein Arzt in seiner Praxis eine Patientin über Hörsturz und Tinnitus auf. Foto: dpa
Anhand einer Informationsbro - schüre klärt ein Arzt in seiner Praxis eine Patientin über Hörsturz und Tinnitus auf. Foto: dpa
In Deutschland leiden nach Auskunft der Deutschen Tinnitus-Liga circa 1,5 Millionen Menschen stark unter chronischem Tinnitus. Wissenschaftler aus Mainz und dem schwedischen Linköping starten eine bundesweite Studie zur Untersuchung eines internetbasierten Selbsthilfetrainings. Interessenten können ab April 2010 an der Studie teilnehmen. Forschungspartner sind die Abteilungen für Klinische Psychologie der Universitäten in Mainz (Prof. Dr. Wolfgang Hiller) und in Linköping (Prof. Gerhard Andersson).

Bei der Behandlung des chronischen Tinnitus geht es nicht um die Heilung, sondern vielmehr um eine bessere Bewältigung der Ohrgeräusche. Dazu wurden verschiedene psychotherapeutische Ansätze zur Verringerung der Tinnitusbelastung entwickelt. In der Studie wird die Wirksamkeit eines internetbasierten Selbsthilfetrainings untersucht, das in Schweden erarbeitet und für den Einsatz in Deutschland angepasst wurde. Die Vorstudien der schwedischen Arbeitsgruppe zeigen, dass Teilnehmer des Programms eine deutliche Verringerung der Tinnitusbelastung erreichen konnten.

Zunächst erhalten die Betroffenen Informationen zu Tinnitus und den damit einhergehenden Problemen. In den folgenden Trainingswochen erlernen sie Strategien, wie sie besser mit ihrem Tinnitus umgehen und die dadurch bedingte Belastung selbst verringern können. Das Training erfordert Eigeninitiative der Betroffenen und selbstständiges, aktives Arbeiten an den eigenen Problemen. Zusätzlich werden die Studienteilnehmer per E-Mail regelmäßig von einem Therapeuten betreut. Das Programm läuft circa zehn Wochen und ist für die Teilnehmer kostenfrei.

Die Behandlung richtet sich an Betroffene, die seit mindestens sechs Monaten Tinnitus haben und sich dadurch belastet und im täglichen Leben beeinträchtigt fühlen. Wer an der Studie teilnehmen will, erhält unter www.kbt.info/titus weitere Informationen. KBr
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