ArchivDeutsches Ärzteblatt10/1996Alpha-Dihydroergocryptin: Gute Erfahrungen bei M. Parkinson

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Alpha-Dihydroergocryptin: Gute Erfahrungen bei M. Parkinson

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Dopamin-Agonisten gehören neben L-Dopa inzwischen zu den etablierten Behandlungsmöglichkeiten des Morbus Parkinson. Wenn auch ein neuroprotektiver Effekt dieses Wirkprinzips bisher nur in experimentellen Untersuchungen beobachtet wurde, so zeigen doch die klinischen Erfahrungen, daß sich durch die frühe Kombination mit L-Dopa die Spätkomplikationen der Langzeitbehandlung hinausschieben lassen.
Ein neuer Dopamin-Agonist wurde anläßlich des Hamburger Parkinson-Gesprächs der Desitin Arzneimittel GmbH vorgestellt. Alpha-Dihydroergocryptin (Almirid®) zeichne sich besonders durch die gute Verträglichkeit und das "einfache Management" aus, erklärte Professor Leontino Battistin (Padova), der diese Substanz deshalb bevorzugt einsetzt.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo dieser Dopamin-Agonist erst im Oktober 1995 eingeführt wurde, nutzt man Dihydroergocryptin in Italien schon seit vielen Jahren. Professor Bruno Bergamasco (Turin) wies besonders auf die lange Halbwertszeit von 16 Stunden hin, die eine gleichmäßige und damit physiologische Aktivierung der Dopamin-Rezeptoren gewährleiste. Darüber hinaus reiche eine zweimal tägliche Einnahme aus, was aus Gründen der Compliance als Vorteil anzusehen sei.
Aus zahlreichen kontrollierten Studien ist die mit anderen Dopamin-Agonisten vergleichbare Wirksamkeit auf die Parkinson-Symptomatik hinreichend belegt. Als deutlich überlegen hat sich Dihydroergocryptin hinsichtlich der Nebenwirkungen erwiesen. Die typischen Beschwerden im Magen-Darm- oder Herz-KreislaufSystem sind seltener und schwächer ausgeprägt als bei Bromocriptin und Lisurid, psychische Auswirkungen wie Halluzinationen oder Verwirrtheitszustände werden nur in Ausnahmefällen beobachtet.
In Italien wird Dihydroergocryptin auch bei De-novo-Patienten zur Monotherapie eingesetzt. Das hat sich besonders bei jungen Parkinson-Kranken bewährt, weil damit der Beginn der L-Dopa-Behandlung um zwei bis drei Jahre hinausgeschoben werden kann. Der hohe Nutzen dieser Maßnahme wird auch an den Ergebnissen einer multizentrischen Doppelblindstudie deutlich, von denen Bergamasco berichtete.
Weil schon nach drei Monaten bei allen Meßparametern eine signifikante Überlegenheit gegenüber Plazebo erkennbar war, wurde die Untersuchung aus ethischen Gründen vorzeitig abgebrochen. Gabriele Blaeser-Kiel
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