ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/1997Krankenhaus: Spitzenorganisationen schlafen seit Jahren

SPEKTRUM: Leserbriefe

Krankenhaus: Spitzenorganisationen schlafen seit Jahren

Tischmann, Peter

Zum Tätigkeitsbericht der Bundes­ärzte­kammer in Heft 24/1997 und der Forderung des 100. Deutschen Ärztetages nach einer ärztlichen Personalbemessung in Krankenhäusern
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LNSLNS Der 100. Deutsche Ärztetag fordert völlig zu Recht nachdrücklich von Politik und Vertragspartnern die Schaffung einer (neuen) Personalbemessungsgrundlage für den ärztlichen Dienst. Die Rechtsgrundlage dafür steht seit etlichen Jahren in Paragraph 19 Krankenhausfinanzierungsgesetz. Danach sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Spitzenverbände der Träger der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung verpflichtet, insbesondere Maßstäbe für den Personalbedarf zu vereinbaren, und zwar in enger Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden. Für den Fall, daß diese Maßstäbe nicht durch Vereinbarung zwischen den Spitzenverbänden zustande kommen, regelt Paragraph 19 Abs. 2 Krankenhausfinanzierungsgesetz, daß die Bundesregierung dies im Wege einer Ersatzvornahme durch Rechtsverordnung regelt.
Drei Spitzenorganisationen "schlafen" seit Jahren vor sich hin: Bundesverbände der Krankenkassen, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium. Hier sieht man, daß die von den "Seehoferschen" Gesetzen geforderte "Vorfahrt für die Selbstverwaltung" absolut nicht funktioniert. Also "wurschtelt" man in der Krankenhauspraxis hinsichtlich des Stellenbedarfs in den einzelnen Fachabteilungen vor sich hin: Die Personalbemessung wird in dem einen Krankenhaus ausschließlich durch die ökonomische Situation dominiert, in dem anderen Krankenhaus durch Machtverhältnisse der einen oder der anderen Seite.
Peter Tischmann, Geschäftsführer St. Clemens Hospitale Sterkrade gGmbH, Wilhelmstraße 34, 46145 Oberhausen
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