ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2010Von der Natur optimal organisiert
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LNSLNS Die Autoren des Artikels (1) schreiben, dass „Antioxidanzien nicht wirken“. Das stimmt nicht. Es sind in der klassischen Fachliteratur eine große Anzahl verschiedener enzymatischer und nichtenzymatischer Antioxidanzien beschrieben, die in einem Netzwerk synergistisch sehr wirksam zusammenarbeiten und auch dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden – das hat die Natur optimal organisiert (2). Interessanterweise bestätigen auch Wingler und Schmidt an anderer Stelle des Artikels die Wirksamkeit antioxidativer Enzyme und nichtenzymatischer Antioxidanzien aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe in Tee, dunkler Schokolade und roten Trauben.

Zu Vitamin C und Vitamin E führen sie leider eine einseitig negative Auswahl von Studien an, deren Qualität in Fachkreisen stark angezweifelt wird. Sowohl Studiendesign als auch Ergebnisse entsprechen nicht den heutigen Anforderungen (zum Beispiel Bjelakovic [Literaturstelle e16 im Artikel] und Ristow [Literaturstelle 10 im Artikel]).

Es stimmt auch nicht, dass die „überwiegende Zahl von Studien“ zu Antioxidanzien negativ verlief. Die Autoren erwähnen viele positiv verlaufene Studien nicht, die nach EbM-Kriterien durchgeführt wurden und einen signifikanten und physiologisch begründbaren Nutzen von Antioxidanzien bei den unterschiedlichsten Krankheiten belegen (3, 4).

Ergänzend sei erwähnt, dass es sehr wohl verschiedene Marker für oxidativen Stress gibt, zum Beispiel Hydroperoxide, Malondialdehyd, Desoxyguanosin, – und diese können heute schon in der Praxis oder im Labor problemlos gemessen werden.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0224a

Dr. med. Udo Böhm
Kruchenhausen 35, 83246 Unterwössen
E-Mail: Agg-uw@kabelmail.de

Interessenkonflikt
Der Autor bot früher während seiner aktiven Tätigkeit als niedergelassener Arzt als privatärztliche Leistung eine präventiv orientierte Beratung zu Livestyle-Medizin und vollwertiger Ernährung einschließlich Optimierung der Versorgung mit Mikronährstoffen sowie eine Therapie mit individuell rezeptierten hoch dosierten Mikronährstoffen (inklusive Antioxidanzien) an.
1.
Wingler K, Schmidt H: Good stress, bad stress—the delicate balance in the vasculature [Guter Stress, schlechter Stress: Die feine Balance in Blutgefäßen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(42): 677–84. VOLLTEXT
2.
McEligot AJ, et al.: Redox regulation by intrinsic species and extrinsic nutrients in normal and cancer cells. Annual Review of Nutrition 2005; 25: 261–95. MEDLINE
3.
Khaw, et al.: EPIC-Norfolk prospective study. Lancet 2001; 357: 657–63. MEDLINE
4.
Peters U, et al.: Vitamin E and selenium supplementation and risk of prostate cancer in the Vitamins and lifestyle (VITAL) study cohort; Cancer Causes Control 2008; 19: 75–87. MEDLINE
1. Wingler K, Schmidt H: Good stress, bad stress—the delicate balance in the vasculature [Guter Stress, schlechter Stress: Die feine Balance in Blutgefäßen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(42): 677–84. VOLLTEXT
2. McEligot AJ, et al.: Redox regulation by intrinsic species and extrinsic nutrients in normal and cancer cells. Annual Review of Nutrition 2005; 25: 261–95. MEDLINE
3. Khaw, et al.: EPIC-Norfolk prospective study. Lancet 2001; 357: 657–63. MEDLINE
4. Peters U, et al.: Vitamin E and selenium supplementation and risk of prostate cancer in the Vitamins and lifestyle (VITAL) study cohort; Cancer Causes Control 2008; 19: 75–87. MEDLINE

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