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LNSLNS Wir sind Frau PD Korsten-Reck dankbar für ihren Hinweis zur protektiven Bedeutung körperlicher Aktivität auf das Präeklampsierisiko. Ähnlich der Atherosklerose dürfte die rationale körperliche Aktivität auch bei der Präeklampsie unter anderem in einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit sowie in einer Verminderung von oxidativem Stress und Suppression inflammatorischer Zytokine mit positivem Einfluss auf die Endothelfunktion liegen (1). Zwei kleine randomisierte kontrollierte Studien bei Risikoschwangeren zeigten einen tendenziell präventiven Effekt körperlicher Aktivität (versus normaler) auf das Präeklampsierisisko ohne Evidenznachweis (3). Nachfolgende Fall-Kontroll-Studien erbrachten eine Senkung des Präeklampsierisikos um 34 bis 35 Prozent bei regelmäßiger körperlicher Aktivität während eines Jahres vor und während der ersten 20 Monate in der Schwangerschaft. Eine kritische Evaluation dieser Studien findet sich bei Gavard und Artral (2). Ungeachtet von „Bias-Problemen“ und unterschiedlichen Studienprotokollen sprechen diese Untersuchungen unter Gewichtung ihrer Evidenz für eine protektive Wirkung intensiver körperlicher Aktivität auf das Präeklampsierisiko ohne nachteilige Folgen für Mutter und Kind. Allerdings sind zur abschließenden Bewertung dieses Problems weitere gut definierte prospektive Studien erforderlich.

Ungeachtet dessen sollte körperliche Aktivität definierter Intensität und Dauer in das Gesamtkonzept zur Änderung des Lebensstils, insbesondere bei gefährdeten Schwangeren, einbezogen werden, am besten schon vor Eintritt einer geplanten Gravidität; dies ist Aufgabe des Haus- und Frauenarztes.

Ehemals präeklamptische Frauen haben im späteren Leben ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Sie sollten daher über den protektiven kardiovaskulären Effekt körperlicher Aktivität aufgeklärt werden.

Der Leserbrief von Herrn Dr. Hein zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen bei Präeklampsie ist ein wichtiger Hinweis von praxisbezogener Relevanz, der dem Geburtshelfer bekannt sein sollte.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0227c

Prof. Dr. med. Werner Rath
Medizinische Fakultät des Universitätsklinikums Aachen (RWTH)
Gynäkologie und Geburtshilfe
Wendlingweg 2, 52074 Aachen
wrath@ukaachen.de

Prof. Dr. med. Thorsten Fischer
Frauenklinik
Krankenhaus Landshut-Achdorf
mit Perinatalzentrum Niederbayern und Mammazentrum
84036 Landshut

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Belo L, Santos-Silva A, Quintanilha A, Rebelo I: Similarities between pre-eclampsia and atherosclerosis: a protective effect of physical exercise. Curr Med Chemistry 2008; 15: 2223–9. MEDLINE
2.
Gavard JA, Artral R: Effect of exercise on pregnancy outcome. Clin Obstet Gynecol 2008; 51: 467–80. MEDLINE
3.
Meads CA, Cnossen JS, Meher S, et al.: Methods of prediction and prevention of preeclampsia: systematic review of accuracy and effectiveness literature with economic modelling. Health Technology Assessment 2008; 12 (6): 1–225. MEDLINE
4.
Rath W, Fischer T: The diagnosis and treatment of hypertensive disorders of pregnancy—New findings for antenatal and inpatient care [Diagnostik und Therapie hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen – Neue Ergebnisse für Praxis und Klinik].Dtsch Arztebl Int 2009; 106(45): 733–8. VOLLTEXT
1. Belo L, Santos-Silva A, Quintanilha A, Rebelo I: Similarities between pre-eclampsia and atherosclerosis: a protective effect of physical exercise. Curr Med Chemistry 2008; 15: 2223–9. MEDLINE
2. Gavard JA, Artral R: Effect of exercise on pregnancy outcome. Clin Obstet Gynecol 2008; 51: 467–80. MEDLINE
3. Meads CA, Cnossen JS, Meher S, et al.: Methods of prediction and prevention of preeclampsia: systematic review of accuracy and effectiveness literature with economic modelling. Health Technology Assessment 2008; 12 (6): 1–225. MEDLINE
4. Rath W, Fischer T: The diagnosis and treatment of hypertensive disorders of pregnancy—New findings for antenatal and inpatient care [Diagnostik und Therapie hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen – Neue Ergebnisse für Praxis und Klinik].Dtsch Arztebl Int 2009; 106(45): 733–8. VOLLTEXT

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