Supplement: Reisemagazin

Costa de Lisboa: Golfen mit Aussicht

Dtsch Arztebl 2010; 107(13): [27]

Lerche, Angelika

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LNSLNS Die mehr als 20 Golfplätze spiegeln die landschaftliche Vielfalt der Region wider und bestechen durch ihre Nähe zur portugiesischen Hauptstadt.

Erfordert sehr gute Taktik und Präzision: der Quinta-da-Marinha-Golfplatz. Foto: Angelika Lerche
Erfordert sehr gute Taktik und Präzision: der Quinta-da-Marinha-Golfplatz. Foto: Angelika Lerche
Eukalyptusbäume verströmen ihren Duft, wogendes Schilf und windschiefe Platanen säumen die Straßen. Hochherrschaftliche Landsitze verbergen sich hinter Mauern. An wellengepeitschten Stränden finden Weltmeisterschaften im Surfen statt, die Gischt sorgt für das Salz auf unserer Haut.

Elegante Badeorte wie Estoril und Cascais bieten erstklassige Hotels und ein spritziges Nachtleben. Zum Landesinnern hin erheben sich dicht bewaldete Hügel, die alte Königsstadt Sintra umschließend. Wendet man sich weiter nach Norden, gelangt man durch jenen lichtdurchfluteten Landstrich, der Meeresküste und Feldlandschaften vereint, der gesprenkelt ist mit mittelalterlichen Kirchen, Klöstern, Festungen, römischen Aquädukten und weißen Dörfern. Wer sich von der Hauptstadt Portugals lösen kann, findet an der Costa Lisboa herrliche Ecken und mehr als 20 ebensolcher Golfplätze.

Die 18 Löcher des Estóril Palácio Golf Course wurden bereits 1945 von Mackenzie Ross angelegt und waren seit dieser Zeit mehrmals Schauplatz der Portugal Open und vieler Champions. Ursprünglich für die oberen Zehntausend Lissabons gebaut, die gerne im Hotel Palácio residierten, bietet der nur 5 238 Meter lange Platz den Blick aufs Meer und die Sintra-Berge. Doch hügelig, mit vielen Kiefern- und Eukalyptusbäumen sowie teils auf die Fairways gepflanzten Schirmpinien, erfordert er eine sehr gute Taktik und Präzision.

Das gilt auch für das Spiel im Quinta da Marinha & Villas Golf Resort, das im Nachbarort Cascais inmitten eines mehr als 100 Hektar großen Naturparks liegt. Weit über die Anlage sind Hotel, Bungalows, Health Club, Tennisplätze und Swimmingpools verteilt, um die sich die Fairways fast bis zur Atlantikküste schlängeln. Bunker, Wasserhindernisse und ondulierte Grüns lassen Robert Trent Jones Senior als Architekten erkennen.

Der nächste großartige Golfplatz liegt zu Füßen der Serra de Sintra, auf deren Höhen der königliche „Palácio da Pena“ wacht. Die Region war schon vor langer Zeit bevorzugtes Feriengebiet der Reichen und Adligen des Landes. Sie bauten ihre prächtigen Residenzen ganz in der Nähe des Klosters Penha Longa, das seit dem 14. Jahrhundert vom Orden des Heiligen Hieronymus bewohnt wurde. Die Mönche mussten 1834 Portugal verlassen, das Kloster fiel in adligen Besitz, bis es 1988 in eine Ferienanlage umgewandelt wurde. Ende 2003 wurde das Penha Longa Hotel & Golf Resort von der Ritz-Carlton Hotel Company übernommen, die mit einem 20-Millionen-Euro-Budget eine umfassende Renovierung startete. Von den Balkonen und Terrassen der Zimmer bieten sich beeindruckende Aussichten auf die Landschaft des Naturparks und das satte Grün der beiden Golfplätze, für die Robert Trent Jones Jr. verantwortlich zeichnet und die Profis zu den besten Anlagen Portugals zählen. Die größte Herausforderung wartet am 16. Fairway, mit einer 402 Meter langen Berg- und Talbahn. Wer es weniger aufregend mag, der findet im ebenso gelungenen 9-Loch Monastery-Platz eine leichtere Alternative, mit Blick auf den Penha-Longa-Felsen und das Kloster.

Im Nordwesten von Lissabon, in der Region Oeste, liegt der Praia D’El Rey, den das Magazin „Golf World“ zu den 100 besten Plätzen der Welt zählt. Vier Bahnen laufen direkt entlang der Meereskulisse, sechs weitere verwöhnen mit Ausblicken auf die Berlenga-Inseln, einige führen durch Pinienwälder. Der Architekt Cabell B. Robinson hat den Platz gestaltet, mit manchmal „blinden Abschlägen“, weiten Fairways, großen und schnellen Grüns – eine echte Herausforderung.

Ein weiterer Top-Platz wurde hier Ende 2008 eröffnet. „Bom Sucesso haben wir den neuen Platz genannt, weil er zum Erfolg geradezu verdammt ist“, sagt Rui Garca Mouras, einer der Vorstände des Projekts. Eukalyptus und Steineichen begleiten die 18 leicht gegen den Hang geneigten Bahnen, deren Layout aus der Feder des bekannten Golfplatz-Designers Donald Steel stammt. Damit und mit drei weiteren geplanten Anlagen rund um die Bilderbuchstadt Óbidos sowie einem halben Dutzend in der Region mausert sich der Großraum Lissabon zu einer echten Alternative zur Algarve. Angelika Lerche


Informationen:
www.visitlisboa.com, www.portugalgolf.de und www.estorilsintragolf.net.
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