ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2010Vertragsarzthonorare: Regelleistungsvolumen aufgewertet

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Vertragsarzthonorare: Regelleistungsvolumen aufgewertet

Korzilius, Heike

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LNSLNS Vom 1. Juli an werden aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung zunächst die Regelleistungsvolumen (RLV) finanziert und erst danach die Vergütungen für bislang freie Leistungen wie Akupunktur, dringende Hausbesuche oder die Nachsorge berechnet. Zur Steuerung dieser Leistungen werden außerdem qualifikationsgebundene Zusatzvolumen eingeführt. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen geeinigt.

„Es ist uns gelungen, die Basisversorgung zu stärken und die Regelleistungsvolumen zu stabilisieren“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Andreas Köhler. „Wir haben den Finanzfluss umgekehrt und auf diese Weise die Berechnung der RLV gerechter gestaltet.“ Viele Arztgruppen müssen zurzeit von Quartal zu Quartal sinkende RLV hinnehmen, weil die Menge der freien Leistungen, die zu festen Preisen und ohne Mengenbegrenzung honoriert werden, das vorab kalkulierte Volumen überschreitet und die Differenz im Folgequartal jeweils ausgeglichen werden muss. Sinkende Fallwerte würden durch die neue Regelung nun wieder stabilisiert, so die KBV. Sie komme vor allem den Basisversorgern zugute, die nur wenige Leistungen außerhalb der RLV abrechnen könnten. „Augenärzte zum Beispiel, die nicht operieren, werden künftig nicht mehr benachteiligt“, erklärte Köhler.

Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen oder ambulante Operationen sind von der Änderung nicht betroffen. Sie werden von den Krankenkassen auch weiterhin außerhalb der Gesamtvergütung ohne Abstaffelung honoriert. Darüber hinaus haben sich KBV und Kassen darauf geeinigt, die Gesamtvergütung dauerhaft in einen haus- und einen fachärztlichen Teil zu trennen, die jeweils separat weiterentwickelt werden. HK

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