ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2010Randnotiz: Weißt du, wie viel Sterne . . .

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Randnotiz: Weißt du, wie viel Sterne . . .

Dtsch Arztebl 2010; 107(13): A-577

Gerst, Thomas

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LNSLNS Sternelos stehen sie nun da – die Flaggschiffe der Intercontinental Hotels Group in Berlin und Köln. Freiwillig haben sie darauf verzichtet, sich vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) erneut mit fünf Sternen in der Kategorie „Unterkünfte für höchste Ansprüche“ auszeichnen zu lassen. Kein ostentatives Zurschaustellen von Luxus mehr, sondern gediegenes Understatement. Schuld ist der Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA). Im sogenannten Pharma-Kodex verpflichten sich die rund 70 Mitgliedsunternehmen, Fortbildungsveranstaltungen allein nach sachlichen Gesichtspunkten anzubieten. Der Freizeitwert eines Tagungsortes darf dabei nicht im Mittelpunkt stehen.

Auch wenn es nicht ausdrücklich untersagt ist, fortbildungswillige Ärzte nach getaner harter Arbeit mit einem gehobenen Fünfsterne-Ambiente zu verwöhnen, geht das Interconti lieber auf Nummer sicher und verzichtet ganz auf neuen Sternenglanz. Der DEHOGA sieht hier bereits einen Trend – kein Wunder bei der Vielzahl der von der Pharmaindustrie veranstalteten Fortbildungen für Ärzte. Also nicht enttäuscht sein, liebe Leser, wenn es beim nächsten Mal in eine sternenlose Unterkunft geht – es wird schon keine karge Behausung oder gar ein Mehrbettzimmer in einer Jugendherberge sein.

Aber: Eine Bläsergruppe zur Begrüßung der Teilnehmer wird es wohl nicht mehr geben. Dies sei als Rahmenprogramm zu werten und deshalb unzulässig, urteilt die FSA-Schiedstelle. Und auch beim Abendessen muss man die Ansprüche zurückschrauben. Bewirtungskosten in Höhe von 108,46 Euro pro Teilnehmer entsprächen nicht dem angemessenen Rahmen einer Bewirtung.
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