ArchivDeutsches Ärzteblatt13/20103 Fragen an . . . Dr. med. Bernhard Gibis, KBV-Dezernent

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3 Fragen an . . . Dr. med. Bernhard Gibis, KBV-Dezernent

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Die Vertragswerkstatt der KBV hat seit 2005 rund ein Dutzend Verträge entwickelt. Warum greifen die Kassen nicht zu?
Antwort: Es lohnt sich für sie nach wie vor nicht, in kostenintensive verbesserte Versorgung zu investieren. Das Risiko erscheint ihnen zu groß, dass durch bestimmte Angebote Patienten mit hohen Risiken und Kosten angezogen werden.

Aber es heißt doch immer: Langfristig rechnet sich gute Versorgung.
Antwort: Das ist kein Argument für Kassen, die insolvent werden können und die nicht wissen, wie viel Geld sie auf Dauer aus dem Risikostrukturausgleich bekommen. Dazu kommt, dass sich die Vorteile einer besseren Versorgung oft in anderen Bereichen amortisieren. Und der Patient kann jederzeit die Kasse wechseln. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kasse etwas vom Erfolg einer ihrer Maßnahmen hat, ist erst einmal relativ gering.

Wie überzeugt man Krankenkassen dann von der Vertragswerkstatt?
Antwort: Indem man konstruktive Kassen findet, denen Versorgung am Herzen liegt. Ein Beispiel ist der ADHS-Vertrag mit den Betriebskrankenkassen in Baden-Württemberg. Mit verschiedenen Ortskrankenkassen verhandeln wir derzeit über Rheuma-Verträge. Für sie haben wir ein Paket geschnürt: Rabattverträge, verbessertes Rheumamanagement, besserer Zugang zur Versorgung. Die Arzneimittel sind sehr teuer. Da haben wir einen evidenzbasierten Stufenplan für die Verordnungen vorgelegt, der anerkannt ist, auch wenn er nicht jeder Pharmafirma gefällt.
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