ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2010Hörstörungen: Ärgernis Honorar
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In unserer HNO-Gemeinschaftspraxis haben wir Anfang 2009 aufgrund der neuen Regelung ca. 9 000 Euro in ein AABR-Gerät investiert. Dieses setzen wir erfolgreich ein – schon etliche Eltern, bei deren Kindern die TEOAE-Messung in der Geburtsklinik auffällig war (dies kommt aufgrund von Vernix im Gehörgang, Fruchtwasser im Mittelohr etc. öfters vor), konnten wir vor weiteren Sorgen bewahren, nur Einzelfälle waren weiter abklärungs-bedürftig.

Ein ständiges Ärgernis ist aber der Modus der Kostenabrechnung. Es besteht seit einem Jahr die untragbare Situation, dass die Kinder einen Anspruch auf das Hörscreening haben – welches Honorar uns Ärzten dafür aber zusteht, ist Anfang 2010 immer noch nicht festgelegt. Über die Eltern und die teilweise immer noch ahnungslosen Krankenkassen vor Ort müssen wir aufwendig versuchen, ein Honorar zu erhalten; und von der Summe nach GOÄ 5 1,7 (also bereits reduziert) erhalten wir dann, wenn es gut geht, die Hälfte. Von den Eltern den Rest privat einzutreiben, wollten wir in der „kurzen Zwischenphase“ nicht anfangen – oder ist genau dieses etwa die Absicht der Kassen?

Offensichtlich reicht die Wertschätzung der frühen Erkennung von Hörstörungen leider hierzulande doch nicht so weit, dass auch mit uns Ärzten fair umgegangen wird.
Dr. Thilo Schöller, 72160 Horb am Neckar

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