ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/1997Was mit Disketten schon alles angestellt wurde: Wenn es nicht so traurig wäre - man könnte drüber lachen

VARIA: Technik für den Arzt

Was mit Disketten schon alles angestellt wurde: Wenn es nicht so traurig wäre - man könnte drüber lachen

Lamers, Werner M.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS "Nicht knicken, vor Feuchtigkeit, Hitze und Magnetismus schützen", das alles steht auf fast jeder Diskettenverpackung. Dennoch beherzigen Computernutzer diese Ratschläge häufig nicht. Daß Kassenärztlichen Vereinigungen Abrechnungsdisketten zugesandt wurden, die nicht formatiert waren, oder Techniker gerufen wurden, weil der Computer nichts auf die (schreibgeschützte) Diskette schreiben wollte, damit kann man noch auf Verständnis stoßen. Manchmal kam es in der Vergangenheit allerdings zu Verhaltensweisen, die auf mangelhaftes Verständnis für die Technik hinwiesen.
So wurden einer Praxis die Abrechnungsdisketten von der privatärztlichen Verrechnungsstelle mit dem Hinweis zurückgesandt, daß die Daten nicht lesbar sind. Im telefonischen Gespräch des Arztes mit seinem Hersteller konnte keine Ursache für den Fehler gefunden werden. Also bat der Servicemitarbeiter des EDVPartners die Praxis darum, von der fehlerhaften Diskette eine Kopie zu machen und ihm zuzusenden. Höchst erstaunt war er dann, als er das Ergebnis des Telefonats in Händen hielt: ein DIN-A4-Blatt, auf dem die Vorderseite der Diskette per Kopierer abgelichtet war.


Aufbewahrungsvarianten
Dafür dürfte kaum ein Fachmann Verständnis aufbringen, ebenso für etwas, das ab und zu passierte, als noch überwiegend die in einer flexiblen Kunststoffhülle verschweißten 5,25-Zoll-Disketten benutzt wurden. Da waren Disketten manchmal auf geheimnisvolle Art und Weise unbrauchbar geworden, obwohl sie sicher verwahrt waren. Der sichere Ort war dann allerdings das Handbuch gewesen, in das die Disketten abgeheftet waren. Nun wiesen sie zwei Löcher auf, die einer weiteren Nutzung im Wege standen.
Vor einem Rätsel stand einmal eine Hotline-Kraft, als die Helferinnen schilderten: "Wir haben nun schon mehrere Disketten in den Computer eingelegt, es tut sich aber nichts, und der Computer rückt die Disketten auch nicht wieder raus." Des Rätsels Lösung fand der Techniker. Zwischen Disketten- und Plattenlaufwerk war der Schlitz im Gehäuse ein wenig zu groß geraten. Die Disketten fielen unten ins Gehäuse, wenn sie nicht ins Laufwerk, sondern zwei Zentimeter tiefer eingeschoben wurden. Bemerkenswert war dann allerdings die Tatsache, daß sich unten im Computergehäuse schon etliche ältere Disketten befanden. Hatte der Chef vielleicht auch einmal . . . ?
Doch selbst bei sauber verarbeiteten Gehäusen kann der Computer zum "Diskettenfresser" werden. Eine verzweifelte Helferin bat die Hotline um Hilfe: "Jetzt haben wir von den zugesandten Disketten zwei in das Laufwerk eingelegt, die dritte bekommen wir aber beim besten Willen nicht mehr hinein." Werner M. Lamers

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote