ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/1997Tötung durch Organentnahme widerspricht ärztlicher Ethik: Erklärung der „Zentralen Ethikkommission“*) bei der Bundes­ärzte­kammer

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Tötung durch Organentnahme widerspricht ärztlicher Ethik: Erklärung der „Zentralen Ethikkommission“*) bei der Bundes­ärzte­kammer

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LNSLNS Im geplanten Transplantationsgesetz sollen neben wichtigen Bereichen des individuellen Patientenschutzes auch die Voraussetzungen zur Organentnahme einschließlich der Feststellung des eingetretenen Todes gesetzlich festgelegt werden.
Die öffentliche Diskussion und die Anhörungen in den Ausschüssen des Deutschen Bundestages haben dabei eine ethische Dimension deutlich gemacht, die für ärztliches Handeln von schwerwiegender Bedeutung ist:
Die Entnahme eines lebensnotwendigen Organs ist aus ärztlicher Sicht nur dann erlaubt, wenn bei dem möglichen Spender - unbeschadet der Erfüllung weiterer Vorrausetzungen - der Tod festgestellt wird. Die Spende eines lebensnotwendigen Organs durch eine lebende, mithin auch durch eine sterbende Person verlangt vom Arzt eine Tötung zugunsten Dritter und ist mit dem ärztlichen Ethos nicht zu vereinbaren.
Den Hirntod nicht als Todeskriterium zu akzeptieren und gleichwohl Organentnahmen nach diesem Zeitpunkt durchzuführen, widerspricht grundlegend der Ethik ärztlichen Handelns. Wer den Hirntod nicht als Todeskriterium akzeptieren kann, muß daher auf Transplantationen lebensnotwendiger Organe verzichten.


Korrespondenzadresse:
Zentrale Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten (Zentrale Ethikkommission) bei der Bundes­ärzte­kammer
Herbert-Lewin-Straße 1
150931 Köln


*) Die "Zentrale Ethikkommission" hat die Erklärung bei einer Gegenstimme angenommen.
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