ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1997Qualitätssicherung: Hohe Erwartungen

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Qualitätssicherung: Hohe Erwartungen

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Die Qualitätssicherung ärzt-licher Leistungen ist Sache der Ärzteschaft. Die Feststellung erscheint banal, doch Krankenkassen und/oder Krankenhausträger argumentierten dagegen nach der Devise: Wer zahlt, schafft auch an. Der nagelneue § 137 a SGB V erkennt der Bundes­ärzte­kammer nunmehr zu, Anforderungen für Qualitätssicherungsmaßnahmen der ärztlichen Berufsausübung im Krankenhaus zu beschließen. Die Umsetzung soll alsdann partnerschaftlich von Bundes­ärzte­kammer, Krankenkassen und Krankenhausträgern verantwortet werden. Bereits früher, nämlich in § 135 SGB V, wurde der Kassenärztlichen Bundesvereinigung übertragen, Richtlinien zur Qualitätssicherung in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung aufzustellen. Auch hier soll die Umsetzung gemeinschaftlich mit den Krankenkassen erfolgen.
Der Ärzteschaft insgesamt kommt somit eine gewichtige Rolle zu; sie hat sie selbst jahrelang eingefordert und steht nun vor der Aufgabe, sie überzeugend auszufüllen. Eine ihrer ersten Aufgaben wird es sein, keine Konkurrenz untereinander und zwischen ambulanter und stationärer Qualität aufkommen zu lassen. Gegenseitige Abstimmung, soweit die Bereiche sich überlappen, ist vielmehr unumgänglich, wenn die Ärzteschaft das Heft in der Hand behalten will.
Aufgabe aller Berufsorganisationen wird es sein, den Ärzten, die in praxi Qualität sichern sollen und mit Maßnahmen überzogen werden, zu vermitteln, daß hier Sinnvolles geschieht und nicht neue Bürokratie aufgemacht wird. Die Patienten hegen hohe Erwartungen an den Leistungsstand der Ärzte und der Medizin. Die Ärzte und ihre Selbstverwaltung tragen, vom Gesetzgeber bekräftigt, eine große Verantwortung dafür, daß Medizin auf gleichbleibend hohem Niveau erbracht wird. Sie stehen vor einer Bewährungsprobe. Norbert Jachertz
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